«Thunerts Thema»: Synchron-Konflikt mit Netflix hält an – vertiefende Sichtweisen auf die KI-Klausel (09.06.2026)
Shownotes
In dieser Woche begegnet die Zuhörer und Zuhörerinnen der Podcast «Thunerts Thema» in einer erweiterten Form: Statt einer einzelnen Ausgabe wird es im Laufe der Woche zwei Beiträge geben. Dabei handelt es sich um eine Ausnahme, die sich aus dem aktuellen Thema ergibt und unterschiedliche Blickwinkel sichtbar machen soll. Anliegen ist es beide Argumentationslinien aufzuzeigen und einen ausweitenden Eindruck von der Komplexität des Zusammenhangs zu bekommen.
Im Mittelpunkt steht nämlich erneut der anhaltende Konflikt um die KI-Klausel bei Netflix. Zahlreiche Synchronschauspielerinnen und Synchronschauspieler arbeiten derzeit weiterhin nicht für den Streaming-Anbieter, weil sie eine Vertragsregelung ablehnen, die Netflix die Nutzung ihrer Stimmen für KI-Trainingszwecke erlaubt. Besonders aus den Reihen des Verbands Deutscher Sprecher*innen (VDS) kommt Kritik an einer Vereinbarung, die zwischen Netflix und dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) ausgehandelt wurde. Nach dieser Regelung darf vorhandenes Sprachmaterial für Zwecke der Qualitätskontrolle und Optimierung von KI-Systemen verwendet werden. Die Erzeugung künstlicher Stimmen ist davon laut BFFS ausgenommen und würde theoretisch eine zusätzliche, freiwillige Zustimmung erfordern.
Der heutige Gesprächspartner, Till Voelger vom BFFS, bewertet diese Vereinbarung als Fortschritt. Aus seiner Sicht schafft sie erstmals einen rechtlichen Rahmen in einem Bereich, in dem KI-Trainingsprozesse bislang weitgehend ohne verbindliche Regeln stattgefunden haben. Die Vereinbarung könne Betroffenen künftig bessere Möglichkeiten geben, Verstöße nachzuweisen und zu verfolgen. Am Donnerstag werden wir zusätzlich nochmal auf eine andere Perspektive zurückkommen, der diese Regelung nicht ausreicht und zu unsicher erscheint.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer.
00:00:03: Auch in dieser Woche begrüße ich euch zu tunarzthema – und das gleich zweimal!
00:00:09: Grund dafür ist keine dauerhafte Umstellung sondern eine Ausnahme bei der es sich aufdrängt zwei Sichtweisen zur Wortkommen zu lassen.
00:00:22: Widmen wollen wir uns nämlich erneut dem KI-Klauselkonflikt mit Netflix, wer weiter anhält und dazu führt das etliche Synchronschau-Spielende nicht für den Streamer arbeiten.
00:00:36: Sie möchten einen entsprechenden Vertrag nicht unterzeichnen, der es Netflix ermöglicht ihre Stimmen für KI Training zu nutzen.
00:00:45: Vor allem Mitglieder des VDS dem Verband Deutscher SprecherInnen lehnen eine Vertragsvariante ab die der BFFS – Bundesverband Schauspiel mit dem Streaming-Konzern ausgehandelt hat.
00:01:01: Diese sieht vor, Netflix das Recht zum Training mit Stimmaterial einzuräumen solange es lediglich der Qualitätssicherung und Optimierung dient.
00:01:12: Die Generierung von synthetischen Stimmen falle dezidiert nicht darunter – für diese brüchte es wenn überhaupt eine separate Zustimmung die nicht verpflichtend sei!
00:01:25: Mit diesem Modell sieht mein heutiger Gesprächspartner Til Völker vom BFFS Eine Verbesserung der Situation, die Synchronsprechenden überhaupt mal einen Schutz bieten in einem zuvor unbestellten Feld, in dem KI-Training bereits stattgefunden habe.
00:01:43: Eben völlig unreguliert!
00:01:47: Hören wir also jetzt diese Positionen bevor wir im weiteren Verlauf der Woche nochmal eine andere Perspektive berücksichtigen?
00:01:55: Dieses Vorgehen soll die Sichtweisen nicht gegeneinander ausspielen oder gar konfrontativ aufwiegeln sondern sie nebeneinander stehen lassen.
00:02:04: zur argumentativen Entfaltung.
00:02:37: Ja, um uns im Synchronkonflikt mit Netflix nochmal auf den aktuellen Stand zu bringen möchten wir noch mal verschiedene Perspektiven dazu berücksichtigen.
00:02:49: Jetzt dazu bei mir im Gespräch.
00:02:51: Til Völker vom BFFS.
00:02:53: Hallo Herr Völker!
00:02:56: Ja, also so wie es sich aus meiner Perspektive aktuell darstellt ist dieser jetzt über die letzten Monate schwellende Konflikt mit der sogenannten KI-Klausel bei Netflix in Bezug der Synchronsprecher.
00:03:09: Die teilweise nicht mehr für Netflix arbeiten vor allen Dingen diejenige, die im Verband VDS vertreten sind und dass sich dieser Konflikte jetzt in den letzten Monaten nochmal etwas hoch geschaukelt hat.
00:03:22: Wie stellt sich die Situation denn momentan aus ihrer Sicht da?
00:03:26: Ja, das ist grob und im Gromo und dem Ganzen schon richtig einsortiert.
00:03:32: Das Ganze hat natürlich eine Entwicklungsgeschichte die Anfang letzten Jahres begonnen hat und die auch sich nicht nur auf Deutschland beschränkt sondern die sich so ein bisschen in den internationalen Kontext einbettet.
00:03:49: Und vielleicht um den Hintergrund nochmal zu erläutern die Problematik noch mal zu erläutern.
00:03:56: Kann ich ja so einen kleinen Abriss geben, was passiert ist?
00:04:00: Also das Thema KI allgemein, das ist ja so ungefähr im Jahr zwanzig zweiundzwanzig in die Gesellschaft eingebrochen, wenn man das mal so sagen kann.
00:04:10: Das waren so die ersten Momente wo wir GPD kennengelernt haben und in denen es auf einmal normal wurde dass wir uns wie ein Star Trek mit einem Computer unterhalten konnten was vorher bestenfalls als Hexerei eingestuft worden wäre.
00:04:24: Und die Entwicklung ging dann rasend schnell und neben dem Buchbereich, vor allem auch dem Journalismus-Bereich – da können Sie wahrscheinlich ein Lied von singen – hat das auch die Filmbranche massiv erwischt, sag ich mal.
00:04:40: Das entwickelt sich auch stetig weiter.
00:04:43: Natürlich war am Anfang insbesondere relativ schnell.
00:04:46: die Frage stand im Raum, was ist denn das eigentlich dieses KI-Training?
00:04:49: Wie ist es denn rechtlich zu bewerten.
00:04:53: Und in den USA liefen dann auch relativ zügig die ersten Verfahren an.
00:04:58: Fällt das unter dem sogenannten Fair Use, das ist so eine Urheberrechtsregelung In den USA, die im Grunde genommen unter drei Voraussetzungen sagt.
00:05:06: Das ganz grob vereinfacht dass Urheberecht gilt nicht unter den nur der Vorausetzung und das nennt man dann fair use zur Fortentwicklung der Wissenschaft, was auch immer.
00:05:17: Und die Frage ist denn dieses KI-Training?
00:05:21: Wie ist das zu bewerten?
00:05:23: Das stand im Raum und in der Zeit ich würde jetzt mal sagen so dreiundzwanzig vierundzwanzig oder vierund zwanzig fünfundzwannzig haben wir es vermehrt gesehen dass in Produktionsverträgen, also in Grundproduktionsverträge auf einmal Klauseln aufgetaucht sind, Es gestatten, die Aufnahmen vollumfänglich zum KI Training zu verwenden und dann mit dem Trainingsergebnis auch machen zu können was man will.
00:05:53: In den Klauseln standen nicht drin KI-Training.
00:05:56: da stehen dann Wörter wie Figurnsimulation oder sowas also so neuralbische Begriffe werden vermieden.
00:06:04: aber es ist schon ziemlich eindeutig in welche Richtung das geht.
00:06:08: Und das waren jetzt auch nicht irgendwelche kleinen Labels, die man eigentlich vernachlässigen kann sondern die Majorcompanies.
00:06:15: Und wir haben da relativ früh sehr großen Handlungsbedarf gesehen und parallel gab es ja auch schon die Entwicklungen in Amerika bei der SAC.
00:06:30: SAC-AFTRA ist die US-amerikanische Schauspielgewerkschaft.
00:06:33: Das ist, ich glaube, die größte überhaupt und natürlich auch die wichtigste wenn es in den internationalen Kontext geht.
00:06:40: Und die SAC hat damals auch in Verbindung mit einem Streik der dann auch verschiedene Effekte nach sich gezogen hat aber dann eine Vereinbarung abgeschlossen Und wir haben uns das angeguckt und haben gesehen, okay, das geht auf jeden Fall in die richtige Richtung.
00:06:59: Das sind Schutzmaßnahmen, die da drin sind... Die finden wir richtig!
00:07:05: Vielleicht steigen wir mal ganz kurz aus der Chronologie aus und gucken uns an was hier eigentlich vor allem für den Schauspielbereich problematisch sein kann?
00:07:17: Wenn wir uns angucken dass jemand mit KI geklont wird also Es gibt ja dieses schöne Spaghetti-Video mit Will Smith, aber auch sonst ein tatsächlicher Klon erstellt wird und das betrifft jetzt nicht nur das Bild des Abbilds die Figur sondern auch die Stimme.
00:07:37: Dann ist das schon eine Persönlichkeitsrechtsverletzung nach deutschem Standard.
00:07:42: Und damit sind wir in Deutschland eigentlich sehr gut aufgehoben weil sowas gibt es in vielen anderen Ländern überhaupt nicht.
00:07:48: Aber da haben wir weniger Probleme mit.
00:07:51: wenn jemand per KI kopiert wird dann kann ich dagegen vorgehen, wenn es dafür keine Rechtsgrundlage gibt.
00:07:57: Was allerdings ein Riesenproblem ist... Ich fasse das jetzt mal unter auch den Begriff Tilly Norwood.
00:08:03: Den Namen haben Sie vielleicht schon einmal gehört.
00:08:05: Das ist eine rein KI-generierte Figur die als Durchschnitt irgendwie errechnet wurde aus Abertausenden andaten und daraus wird dann einem Ich nenne das Künstler Gulasch gemacht.
00:08:22: Es wird alles in einen Topf geworfen, es wird umrührt und dann wird etwas rausgeholt.
00:08:25: Und was da rausgehult wird entspricht nicht mehr dem, was reingekommen ist.
00:08:31: Und damit verletztes keine Rechte.
00:08:32: eine synthetische Nicht wieder erkennbare Stimme Verletzt keinerlei Rechte keine Persönlichkeitsrechte keine Datenschutzrechte gar nichts.
00:08:41: Das heißt ich kann nicht dagegen vorgehen.
00:08:44: Wenn wenn sie alle stimmen einsammeln illegal und ihr Modell trainieren, illegal.
00:08:51: Und dann daraus Stimmen machen, synthetische nicht wiedererkennbare?
00:08:55: Dann kann man vielleicht gegen das Modell vorgehen aber nicht gegen das was es produziert hat.
00:09:02: Das ist dann in der Welt!
00:09:04: Und das ist so die Ausgangslage, vor der wir danken?
00:09:07: Ja...
00:09:09: Also und das ist auch das das gefährlichste eigentlich.
00:09:12: also weil ich dagegen gar nichts machen kann.
00:09:15: und dazu kommt die Frage Was ist denn eigentlich dieses KI-Training?
00:09:21: Genau.
00:09:22: Ist das tatsächlich eine Vervielfältigung der urheberrechtlich geschützten Werke ins neuronale Netz?
00:09:29: Da gab es jetzt vor kurzem das Urteil des Landgerichts München, dass gesagt hat ja in dem Fall hier ist das so weil's über eine Memorisierung geht.
00:09:39: Es gibt aber auch eine sehr starke Bewegung die sagt warum denn wenn ich ein Buch lese oder ein Gedicht auswendig lerne, dann ist das doch urheberrechtlich neutral.
00:09:50: Ich muss keine Lizenzen
00:09:51: zahlen.".
00:09:51: Die KI macht nichts anderes!
00:09:53: Die liest nur Bücher und eignet sich dann Muster an.
00:09:57: Ich halte diese Auffassung nicht für überzeugend aber sie ist da und sie ist relativ stark und wird natürlich auch von den KI-Majors oder auf der Gamingindustrie sehr stark vertreten.
00:10:06: Das ist so die Problemlage vor der wir standen und das wollten wir einfangen Und zwar ganz besonders wichtig dass diese dass diese synthetischen Produkte, die keiner wiedererkennen kann, dass wir das irgendwie stoppen.
00:10:24: Wir haben daher in einem ersten Schritt mit der Produktionsallianz einen Tarifvertrag gemacht also für die Leute vor der Kamera und der sieht ähnliche Mechanismen vor wie dann später unser Vertrag mit Netflix.
00:10:39: Der sieht allerdings auch Vergütungsstrukturen vor in drei Kategorien.
00:10:48: Sie nehmen die Aufnahme, das ist dann die digitale Bearbeitung und verändern die Aufnahmen irgendwie zum Beispiel zehn Jahre jünger gemacht oder zehn Jahre älter oder irgendetwas womit man die schon bestehende Aufnahme modifiziert.
00:11:08: Die zweite Kategorie ist eben der KI-Klon Und die dritte Kategorie ist die synthetische, nicht wieder erkennbare Wiedergabe.
00:11:15: Also Tilly Norwood oder eben eine synthetisch Stimme und wir haben geregelt dass bei KI-Klonen und bei synthetischen Stimmen immer eine ausdrückliche und gesonderte Zustimmung erfolgen muss wenn das gemacht werden soll.
00:11:34: Ausdrücklich Und gesondert bedeutet, das kann nicht einfach hinten in irgendeinen Vertrag klausel x y reingeschoben, reingeschummelt werden.
00:11:43: Sondern die Leute müssen sich absolut bewusst sein was hier gerade passiert.
00:11:47: und vor allem kommt es darauf an ob die...und dass ist ein Detail das wichtig ist Ob diese KI-Stimme sag ich jetzt einfach mal zusammengefasst unter Verwendung der Aufnahme erstellt wurde.
00:12:00: Das heißt es kommt gar nicht darauf an, ob die Stimmfarbe übernommen wurde.
00:12:05: Rhythmus, Sprachduktus ist völlig egal unter Verwendung der Aufnahme.
00:12:11: Das ist das eine und daran gibt es auch erst mal jetzt so gar nicht viel Kritik wichtiges.
00:12:18: Sie haben ja gesagt dass durch diese Regelung also die Klausel die sie ausgehandelt haben mit Netflix das die praktisch dazu führt Diese Verbreitung von diesen synthetisierten Stimmen mit den Aufnahmen Die sie gerade eben angeführt haben unterbunden werden soll.
00:12:33: welcher ich sage jetzt Mal Paragraf oder welche Regelung in der Klausel macht es denn jetzt möglich, das zurück zu verfolgen?
00:12:40: Also dass man dann zum Beispiel sagt hier ist eine synthetisierte Stimme im Umlauf die wir praktisch mit dieser Aufnahme von der und der Synchronsprecherin dem und dem Synchroonsprecher in Verbindung bringen können.
00:12:52: Und die darauf zurückzuführen wie ist da die Möglichkeit?
00:12:56: Sie sprechen jetzt von der Möglichkeit des Nachweises der nachverfolgbarkeit unter Durchsetzung der Regelungen.
00:13:01: Unter anderem
00:13:04: ist noch mal ein weiteres Thema.
00:13:07: Auf jeden Fall, ich stocke gerade weil ich überlege ob es vielleicht sinnvoll ist kurz den sozusagen den inhaltlichen Teil zuerst sozusagen abzuschließen und dann sich die Frage zu stellen wie kontrollieren wir das?
00:13:18: also wie stellen wir überhaupt sicher dass das was wir hier aufgeschrieben haben dass das auch passiert?
00:13:23: okay ja
00:13:25: und was mir in dem Zusammenhang nochmal wichtig ist ist dass dieser synthetischen Stimmen Diese nicht wiedererkennbaren synthetischen Stimmen.
00:13:33: Erst durch diesen Vertrag gibt es überhaupt eine Möglichkeit dagegen vorzugehen, vorher nicht weil es verletzt nichts.
00:13:40: Ja
00:13:41: natürlich dann gibt das die korrespondierende KI-Training-Klausel und das ist der Punkt an dem sich gerade alles aufhängt.
00:13:48: Okay
00:13:49: in den Vertrag steht eine Klausel die jetzt mal ganz vereinfacht und platt gesagt Netflix erlaubt die Aufnahmen zum KI Training zu verwenden.
00:13:59: Ja.
00:13:59: Da steht Optimierung der Systeme, soweit erforderlich darf Netflix das tun.
00:14:06: und da steht aber noch mal darunter dass das nicht bedeutet, dass die Zustimmungserfordernisse bei der Erzeugung von Stimmen irgendwie unterlaufen werden.
00:14:16: Das ist völlig klar!
00:14:18: Die können das nutzen, die können damit andere Dinge tun als Stimmen erzeugen.
00:14:23: Das Erzeugen von Stimmen wird dann mit aber nicht unterlaaufen.
00:14:26: Und das ist letzten Endes der ganz große Kritikpunkt, die jetzt für Aufregung sorgt.
00:14:31: Dass es da erstens keine Optionalität gibt und zweitens dass es dafür keine vorgesehene Vergütung gibt.
00:14:44: Und dann der dritte Punkt den Sie gerade angebracht haben.
00:14:48: man kann das ja sowieso gar nicht alles nachvollziehen.
00:14:51: wie soll ich denn das sehen?
00:14:52: Wie soll ich das checken können?
00:14:56: Die Antwort darauf ist, also ganz Platz und ganz einfach geantwortet.
00:15:01: Ja das ist nicht leicht nachzuvollziehen natürlich.
00:15:05: Das ist ein Prozess.
00:15:07: oder sind den Vorgänge in die wir von außen keinen Einblick haben, die da irgendwo passieren und wir müssen natürlich darauf setzen dass unser Vertragspartner sich an den Vertrag hält.
00:15:21: wenn ich jetzt nach Amerika gucke und schaue, was da alles gerade so Usus ist.
00:15:26: Und was für Dinge da passieren die noch vor einigen Jahren undenkbar waren, die jetzt total normal sind?
00:15:31: Dass Länder mit Ausloschung gedroht wird und sowas dann ist es auch nicht verwunderlich dass dieses Misstrauen sich auf amerikanische Konzerne und deren Machtstrukturen oder Arbeitsstruktoren auswirkt.
00:15:44: absolut.
00:15:46: Also von dem Hintergrund ist es keinfalls so als könnte Ich als könnten wir Die Angst, die Sorge, die da besteht nicht verstehen.
00:15:53: Absolut!
00:15:55: Das ist...die Angst ist legitim und sie ist berechtigt.
00:15:59: Jetzt aber erstmal aus der Aus unserer Erfahrungssicht.
00:16:04: Wir haben jetzt eine Vertragsbeziehung mit Netflix seit, ich glaube, seit zwanzig, zweitausend, achtzehn-zweitausendneunzehn.
00:16:10: Ich glaube, zwei tausend neunzehnt hat es angefangen.
00:16:12: wir haben Netflix immer als ein Verhandlungspartner kennengelernt Der sich auch an das hält was wir vereinbaren.
00:16:19: Wir sind natürlich an vielen Funkten unterschiedlicher Meinung, die in Verhandlungen sind trotzdem hart und sehr kontrovers.
00:16:26: Natürlich stellen wir viele Forderungen auf die bei Netflix überhaupt nicht auf Gegende, die bestoßen.
00:16:31: Okay
00:16:33: Aber verarscht haben sie uns bislang noch nicht So jetzt mal ums ganz auf Deutsch zu sagen Das ändert natürlich nichts daran dass die Angst da ist das es passieren könnte.
00:16:42: Ja
00:16:43: Und das ist natürlich wie immer im Leben kann.
00:16:46: ich kann mich über den Tisch gezogen werden.
00:16:50: Dann frage ich mich aber, vielleicht ist das ein naiver Gedanke.
00:16:54: Aber warum sollte Netflix mit uns einen Vertrag abschließen?
00:16:57: Der das alles regelt?
00:16:59: Wenn sie sowieso den vertrag brechen wollen würden dann brauchen Sie überhaupt keinen vertrag um das zu verheilen.
00:17:04: man machen sie es einfach.
00:17:05: da kann man nämlich noch schwerer nachvollziehen Warum sollten sie das tun?
00:17:10: und Ich als jurist denke dann daran Naja Das ist eine us-konzern.
00:17:15: bei denen spielt compliance nochmal ne ganz andere rolle.
00:17:18: Wenn ein deutsches Unternehmen, wenn da was schiefläuft dann gibt es einen Klappst auf die Finger und in Amerika rollen dann direkt Köpfe.
00:17:27: Der Markt in Amerika ist liberaler aber dafür die Sanktionen, wenn etwas nicht läuft das ist viel krasser.
00:17:33: Aber auch das ist jetzt nichts was unbedingt überzeugen muss.
00:17:37: Wie kann ich das durchsetzen?
00:17:39: Erstens ist natürlich so dass wenn wir hier etwas sehen Es kommt eine synthetische Stimme raus in ein paar Monaten und wir merken, wie kann denn das sein?
00:17:52: Keiner wurde gefragt.
00:17:53: Sie hätten um Zustimmung bitten müssen.
00:17:55: haben sie nicht gemacht
00:17:56: dass der faktor des zeitlichen zusammenhangs oder der zeitlichen abfolge da Einfaktor sein kann um da einen gewissen Zusammenhang herzustellen?
00:18:05: also dass man sagt ja Vor ein paar Monaten wurde da eine Aufnahme gemacht und jetzt haben wir hier praktisch ne Stimme, die hört sich so ein bisschen ähnlich an.
00:18:12: Dann hat man zumindestens da die Möglichkeit... Das geht
00:18:14: in die richtige Richtung und zwar nicht nur ... Und das ist ja gar nicht der Knackpunkt!
00:18:18: Es geht gar nicht um Stimmen, die sich so anhören.
00:18:21: Die kriege ich ja noch identifiziert.
00:18:23: Es geht um Stimmungen, die sie sich nicht so anhören.
00:18:25: Das ist das eigentliche Gefährliche.
00:18:28: Wenn wir den Vertrag wegdenken und ertaucht ... Also es gibt alles nicht diese Abreden.
00:18:32: untertaugt dann so n synthetische Stimme auf Und sie fragen, wie haben die das denn gemacht?
00:18:38: Ja wir hatten da einen externen Dienstleister wenn sie überhaupt was sagen.
00:18:41: Sie haben keinerlei Anhaltspunkte gar nichts!
00:18:44: Sie können versuchen mit Auskunftsansprüchen aus dem Datenschutzrechter irgendwie beizukommen.
00:18:50: auch da sind sie aber natürlich darauf angewiesen dass ihnen die Wahrheit gesagt wird, wenn sie die Auskünft verlangen und wenn ich voraussetze, dass mein Vertragspartner ständig sein Wort bricht oder dass das im Kopf habe, warum sollte ich dann davon ausgehen?
00:19:05: Dass er mir die Wahrheit sagt wenn ich um Auskunft bitte.
00:19:09: Das heißt sie haben gar nichts!
00:19:09: Sie schießen ins Blaue und dann gehen sie zu Gericht und das Gericht sagt ja was ist denn jetzt hier ihre Anhaltspunkte?
00:19:15: Ja die haben halt eine synthetische Stimme rausgebracht.
00:19:17: Ja und?
00:19:18: Ja weiß ich nicht da bin ich bestimmt drin.
00:19:21: Was sind denn Ihre Ansatzpunkte dafür?
00:19:22: Was sind deine Indizien?
00:19:24: Ich hab keine.
00:19:27: Und jetzt kommt der Punkt mit dem Vertrag.
00:19:29: Das ändert sich nämlich damit.
00:19:30: Indem wir in Netflix einerseits sagen, okay pass auf du kannst trainieren Du musst uns aber um Zustimmung bitten.
00:19:37: Dann habe ich zum ersten mal überhaupt etwas was ich angreifen kann weil die Situation die ich gerade beschrieben habe ohne Vertrag dann würde das Gericht auch sagen wogegen wären sie sich denn eigentlich grade?
00:19:47: Die Stimme sind Sie doch gar nicht Persönlichkeits Ihre persönlichkeitsrechte werden hier nicht verletzt Datenschutzrechte auch nicht.
00:19:53: Es ist es ist gar nichts haben sie erst mal die Möglichkeit zu sagen, doch es wird ein Recht von mir verletzt.
00:20:01: Nämlich das Vertragliche.
00:20:03: Ich habe einen vertraglichen Anspruch.
00:20:05: Sagst du, okay ja gut und wie kommen Sie jetzt darauf dass sie da drin sein sollen?
00:20:11: Ja ich habe vor zwei drei Monaten für Netflix gearbeitet.
00:20:15: Ich hab diese Klausel unterschrieben und habe den erlaubt zur Arbeiten.
00:20:19: Und jetzt kommt ein Punkt in die Rechtsprechung macht wenn sie sagt Wenn du einen Anbeweis geliefert hast, wenn du ein Liedchen geliefert hast.
00:20:26: Also tatsächliche Anhaltspunkte die sozusagen den Gedanken auf die Reise schicken können dann sagt die Rechtsprechung... Und das ist der Punkt, wo wir sagen da haben wir eine massive Verbesserung der Lage und dazu kommt dass wir in unserem Vertrag drin haben, dass die jedenfalls die Kollektivvereinbarung deutschem Recht unterliegt.
00:21:07: Das ist jetzt auch nicht selbstverständlich.
00:21:08: wenn sie einen Verstoß haben, der auf amerikanischen Servern stattfindet dann richtet er sich nach amerikanischem Recht.
00:21:16: Guten Nacht!
00:21:17: So, und vor einem amerikanisches Gericht würde ich ungern wollen.
00:21:21: Nicht weil ich nicht glaube dass die amerikanischen Gerichte nichts können sondern weil Ich weiß was ein Verfahren in den USA kostet Und ich weiß was einen Verfahren hier kostet.
00:21:33: auch ein Verfahrer in Deutschland ist sehr teuer Aber immer noch günstiger als das was da drüben passiert.
00:21:40: Jetzt ist es natürlich so dass man theoretisch sagen könnte Das was sie jetzt ausgearbeitet haben das ist besser als nichts.
00:21:47: Das wäre ja praktisch auch etwas, was jetzt aus Ihren Formulierungen und Ausführung hervorgeht.
00:21:53: Jetzt könnte man aber sagen, das reicht mir aber nicht!
00:21:56: Und ich bestehe praktisch darauf, dass wenn ich für Netflix arbeite muss von deren Seite mehr kommen.
00:22:01: Weil theoretisch könnte man die Position einnehmen, dass man sagt Ich möchte, dass sich Netflix dezidiert verpflichtet Dass sie keine synthetisierten Stimmen Für Synchronisationszwecke in so vielen Jahren nutzen.
00:22:16: Nur unter dieser Prämisse arbeite ich für Netflix, nur weil dann kann ich mir sicher sein, dass in deren System nicht irgendwas derartiges passiert und ich praktisch davon ersetzt werde.
00:22:27: Theoretisch könnte man diese Haltung ja einnehmen.
00:22:29: Halten Sie das für nicht realistisch?
00:22:31: Dass man eigentlich auf so einen Punkt hin mit Netflix verhandeln könnte?
00:22:39: Da hätte ich ganz kurz eine Rückfrage.
00:22:40: also netflix verpflichtet sich dazu zu tun Wenn wir diese Trainingsklausel drin haben, meinen Sie das?
00:22:47: Nee.
00:22:48: Das Netflix sich einfach nur darauf verpflichten würde zu sagen ... Wir bauen eine Vertragsklausel ein wo definitiv gesagt wird es werden keine Serien, keine Filme international distribuiert wo andere Synchronsprechen durch eine künstliche KI-Stimme.
00:23:04: sei sie jetzt wirklich von einer realen Schauspieler Stimme empfunden oder sei sie mit irgendwelchen Trainingsmechanismen so synthesisiert, das machen wir definitiv nicht.
00:23:16: Also würde es nicht rechtlich eine Möglichkeit bestehen, dass man Netflix praktisch dazu verpflichtet und damit praktisch eine größere Sicherheit für alle bringt?
00:23:28: Also zunächst mal hat Netflix ja verschiedene Erklärungen abgegeben, dass sie das gar nicht vorhaben.
00:23:33: Wenn Sie den Text sich der Vereinbarung unseres Kollektivvertrages angucken da steht drin, dass Sie weiter im Planen mit tatsächlichen Menschen zu arbeiten Und dann gibt es noch einen Schreiben, was Sie an Leute ausgeteilt haben die für sie arbeiten in denen auch das drinsteht.
00:23:52: Ich frage mich also klar kann man sowas wollen?
00:23:55: Kann man so etwas verhandeln wollen?
00:23:59: Wenn ich jetzt überlege warum sollte mein Verhandlungsgegner das tun?
00:24:03: weil vielleicht sich morgen die Situation komplett ändert?
00:24:06: Warum sollte er mir das zusagen?
00:24:09: und dann überleg' ich dann muss ich ihm ja irgendwas dafür geben.
00:24:13: Und am Ende des Tages haben wir genau das getan, was wir ihm gegeben haben ist ihr könnt unsere Aufnahmen nutzen für eure internen Untersuchungszwecke.
00:24:24: Ihr dürft damit halt nur Stimmen machen wenn jemand zustimmt.
00:24:27: die Wahrscheinlichkeit dass bei der Erstellung einer synthetischen nicht wieder erkennbaren Stimme wo tausende Stimmdaten drin sind alle zustimmen wie sehe ich bei ihr null.
00:24:38: Das heißt der Effekt.
00:24:42: Was meinst du jetzt der Effekt?
00:24:44: Der Effekt, dass keine synthetischen Stimmen erzeugt werden ist genau der.
00:24:48: Natürlich kann Netflix selbst noch sagen okay dann gehe ich jetzt zu einem völlig anderen Anbieter.
00:24:52: Ich bediene mich bei völlig anderem Stimmmaterial und mache das da!
00:24:56: Ich greife überhaupt nicht auf die Aufnahmen zurück, die ihr hier geliefert habt.
00:25:04: Das ist wohl etwa... Also das zu vereinbaren, dass sie das auch nicht machen halte ich für mehr als unrealistisch.
00:25:11: Okay
00:25:13: Weil es ja auch, also die Frage wie sinnvoll dieser Einsatz von KI-Stimmen überhaupt ist.
00:25:23: Ist ja auch eine Abgestufte.
00:25:25: man kann sich ja auch durchaus Fälle vorstellen in denen es sehr sinnvoll ist.
00:25:29: zum Beispiel ganz platt Schauspieler stirbt zwei Tage vor Drehschluss.
00:25:37: das mache ich jetzt.
00:25:38: nehme ich alles neu auf oder sage okay Hält ihr mit KI nach, damit sich die Stimme genauso anhört in den letzten beiden Folgen?
00:25:45: Oder ich spreche einen Namen falsch aus.
00:25:51: Das fällt erst in der Mischung auf!
00:25:53: Ich bin aber gerade schon im Urlaub auf Mallorca.
00:25:56: Löse ich das jetzt mit KI oder lasse ich den Menschen einfliegen und den Urlaub unterbrechen... oder gerade vor der Kamera, Gefahr geneigte Szenen.
00:26:06: Stuntman ist Stunt-Situation wo es in der Vergangenheit so war irgendwie totale.
00:26:12: der Stuntmensch springt dann wieder close ab aufs Gesicht er schrei und dann wieder totale.
00:26:17: das kann ich jetzt viel eleganter lösen und kann dadurch auch viel mehr andere Sachen möglich machen.
00:26:23: und dazu kommt auch noch dass die das die Entwicklung nicht also wahrscheinlich noch nicht so schnell im Film- und Serienbereich, aber vor allem beim Gaming-Bereich viel stärker in eine Interaktivität geht.
00:26:39: Ich gehe mal davon aus dass es in ein paar Jahren so sein wird das wenn sie in keine Ahnung Kingdom Come Deliverance rumlaufen Sie keine Antwort Optionen mehr haben sondern sie unterhalten sich mit dem Und das lässt sich mit vordiffinierten Sprachaufnahmen nicht machen.
00:26:57: Das heißt da müssen Stimmen rein.
00:27:00: Man kann sich durchaus die Frage stellen, ob eine gewisse Flexibilität in dem Bereich nicht sogar unausweichlich ist.
00:27:09: Weil sich die Entwicklung einfach in diese Richtung bewegt.
00:27:14: Natürlich kann man das versuchen zu fordern und unser Ziel ist ja auch dass das nicht passiert und das is ja auch das was wir von Netflix wollen.
00:27:23: Was wir bekommen haben sind eben entsprechende Absichtserklärung.
00:27:30: Ich sehe nicht, dass Netflix sich da auf einen General Selbstverzicht einlässt.
00:27:39: Sie haben eben gesagt, auch in ihren Verhandlungen durchaus zu Tage getreten ist das sehr unterschiedliche Absichten und Bedürfnisse dahinter.
00:27:52: Motivation dahinterstecken und dass sie auch sehr hart mit Netflix gerungen haben.
00:27:56: Und das es kontrovers wurde.
00:27:58: ich hatte jetzt eigentlich tatsächlich gedacht, dass genau sowas dann dahinter steckt nämlich, dass dabei Netflix durchaus die Absicht zu erkennen ist, dass sie breitflächiger auf synthetisierte Stimmen zur Synchronisation in der Zukunft setzen wollen.
00:28:12: Das war aber zum Beispiel weil das hat sich jetzt eher so angehört als ob die da aktuell nicht davon ausgehen.
00:28:17: also das war dann kein keiner dieser Kontroversenpunkte, den Sie eben angesprochen haben.
00:28:22: Das waren dann andere Themen?
00:28:24: Ja ja das war dann in dem... also das kann ich glaube ich so weit sagen, dass sind andere Themen.
00:28:29: natürlich kann ich jetzt nicht frei die Inhalte aus Verhandlungen wiedergeben aber was ihr sich vorstellen könnt ist also das ganz Simpelste wir wollen ganz viel Geld haben, die wollen ganz wenig Geld geben und irgendwo tut man sich dann und so einfach wie das ausgedrückt ist, das läuft dann eben über bestimmte Berechnungsmechanismen oder Berechnungsmodelle, wie setzt man das an?
00:28:49: Und dann geht es sich an.
00:28:50: Was sind denn die rechtlichen Rahmenbedingungen und was gibt denn das Gesetz vorher?
00:28:54: Und was ist denn praktikabel?
00:28:56: Das ist auch immer ein Punkt.
00:28:58: Man kann jetzt eine total feindzisilierte Regelung treffen.
00:29:01: wenn das aber bedeutet dass da zehn Leute für angestellt werden müssen sie das machen Dann fließt er auch Geld rein und wenn ich Prozesse vereinfache Es dadurch ein bisschen weniger granular wird aber dafür alle mehr bekommen.
00:29:16: Also das sind einfach dann so Themen, auch ganz praktischer Art.
00:29:20: Wer verteilt denn das Geld?
00:29:21: Wer ist da für zuständig?
00:29:23: Wer macht's denn?
00:29:24: Wer trägt die Verantwortung?
00:29:25: Wer muss denn die Leute ansprechen?
00:29:27: Wer muß rausfinden wie ein Kontonummer oder welche Kontonome?
00:29:32: Das sind wirklich ganz banale Fragen, die man in solcher Situationen klären muss und natürlich sind auch Rahmenbedingungen immer ein wesentlicher Punkt
00:29:45: Ja.
00:29:47: Also da gibt es schon unterschiedliche Auffassungen zu wie bestimmte Sachen formuliert werden sollen und dann ist es ja auch noch so, dass das alles natürlich eine internationalen Kontext hat aber auch jedes Land seine eigenen rechtlichen Rahmenbedingungen hat auf die man dann achten muss.
00:30:07: Und nur weil etwas weiß ich nicht in den USA funktioniert rechtlich heißt das noch lange nicht, dass hier funktioniert darüber entbrennt dann auch schon mal die ein oder andere hitzige Diskussion.
00:30:21: Der Satz geht so nicht, das geht nicht.
00:30:24: Das geht viel zu weit, das ist völlig inakzeptabel und dann dreht er es da runter.
00:30:30: Das passiert schon
00:30:32: klar.
00:30:33: Sie haben ja eben eigentlich zwei ganz zentrale Punkte nochmal angesprochen, die jetzt mal unabhängig davon zu sehen sind was letztendlich auf dem Synchronisationsmarkt potenziell weiter oder nachher Zukunft passiert, nämlich die Faktoren der Einwilligung, der Freiwilligkeit und den Faktor der Bezahlung.
00:30:54: Das ist ja zum Beispiel auch etwas was an dieser sogenannten Netflix-Klausel kritisiert wurde.
00:30:59: Wie ist denn da aktuell der Stand?
00:31:02: Weil das sind ja z.B.
00:31:03: Faktoren, die ließen sich, ich würde mal sagen unkomplizierter nochmal neu überdenken, neu aushandeln, oder?
00:31:12: Das klingt von außen so, ne!
00:31:15: Ja, möglicherweise.
00:31:17: Vielleicht noch mal einen halben Schritt zurück.
00:31:25: Warum machen wir das alles eigentlich überhaupt?
00:31:27: Was ist unser Ziel?
00:31:28: Also was verfolgen wir?
00:31:30: Unser Ziel ist jedenfalls mit Blick auf Deutschland diesen Kronenbranche langfristig vor dem Einfluss von KI-Stimmen zu sichern so weit es eben geht.
00:31:40: und Wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann wenigstens so weit dass alle Betroffenen immer zustimmen müssen damit genau alle wissen was passiert.
00:31:49: Das Interesse eine Freiwilligkeit drin zu haben, eine Optionalität das ist natürlich auch absolut legitim.
00:31:58: Wenn ich dann in Verhandlungen bin und merke dass ich bestimmte Interessen nicht durchgesetzt kriege da muss ich mir die Frage stellen welche Prioritäten oder wie ist die Prioritätenverteilung bei meinen ganzen Zielen?
00:32:13: Und was passiert, wenn ich stattdessen einfach gar nichts tue?
00:32:18: und Ja es wäre nett gewesen Die die Möglichkeit drin zu haben Und an Netflix zu verpflichten dass sie den Leuten das anbieten aber nicht nicht verpflichtend
00:32:33: machen?
00:32:34: ja
00:32:36: Dass ist aber nichts gewesen Was durchsetzbar war.
00:32:40: also da wollte sich netflix nicht drauf einlassen.
00:32:44: Naja Es war alleine schon schwierig die den Rahmen der Trainingsklausel, ich sage jetzt mal klein zu halten.
00:32:55: Ohne Eingrenzung und so was.
00:32:58: Und auch diese Trainings-Klausel war der Punkt an dem wir wochenlang verhandelt haben.
00:33:08: Das ging hin und her.
00:33:11: Wir haben irgendwann erkannt, dass wir es nicht kleiner kriegen und uns dann die Frage stellen müssen machen wir das jetzt.
00:33:18: Und unsere Antwort darauf war ganz klar ja weil das vordringlichste Ziel Schutz der Zukunft des Inkronbranches hatte dann einfach größeres Gewicht als die Frage Kann der einzelne individuell entscheiden?
00:33:34: oder ist Netflix verpflichtet, das den einzelnen individuell vorzulegen.
00:33:38: Wir haben ja ... Das ist vielleicht auch noch mal wichtig!
00:33:39: Wir haben nicht verhandelt, dass muss jetzt alles so in die Verträge.
00:33:44: Sondern wir haben verhandlt.
00:33:45: wenn ihr KI-Training macht also wenn ihr irgendeine KI-Klausel rein nehmt dann muss das so aussehen.
00:33:52: Das sozusagen als Mindeststandard.
00:33:55: Was
00:33:55: glauben Sie eigentlich warum?
00:33:56: Das ist zum Beispiel auch etwas was jetzt zum Beispiel mal so wenn man sich mit Synchronsprechern unterhält oft so zum Tragen kommt es Wenn Netflix gar nicht so darauf aus ist, das zu einem riesigen Big Business zu machen.
00:34:09: Warum beharren Sie dort darauf, dass es nicht freiwillig sein kann?
00:34:14: Warum treten sie dann so rigoros auf?
00:34:20: Für mich ergibt das sogar noch mehr Sinn, dass die dann so riggeros auftreten.
00:34:26: Weil wenn's ihnen darauf ankommt Stimmen erzeugen zu wollen, brauchen sie nicht alle.
00:34:33: Da brauchen sie nur ein Paar für.
00:34:36: ohne jetzt irgendwelche Zahlen in den Raum, aber auf meine Stimme könnten die dann sicher verzichten.
00:34:42: Wenn die aber in der Lage sein wollen, ihr das was sie benutzen, das was Sie tatsächlich machen zu internen Überprüfungen Untersuchung Forschungszwecken zu benutzen Dann ist es eigentlich sinnfrei nur einen Flickenteppich zu haben.
00:35:01: Sondern dann muss ich ja in der Lage sein mir das gesamte ein gesamtes Bild zu verschaffen.
00:35:06: Und wenn mir dann irgendwie die Hälfte einer Episode an Daten fehlt, ist das überhaupt nicht stichhaltig?
00:35:12: Von der Perspektive ergibt es für mich viel mehr Sinn sogar!
00:35:15: Also... Das ist jetzt natürlich auch rein spekulativ aber das ist einfach so.
00:35:21: mein eigener logischer Schluss.
00:35:23: Vielleicht ist es ja auch, also mir kommt das immer so vor.
00:35:25: Wenn dann Schlagworte fallen wie Qualitätssicherung und so ... Das ist halt immer so ein bisschen.
00:35:30: vielleicht ist es auch blöd diese Stellung automatisiert, diese Unterstellung zu tätigen aber es klingt immer nach Pressesprech, nach Marketing-Sprech.
00:35:41: Vielleicht ist ja das auch ein ganz gravierender Faktor dass man, dass es so schwierig ist zumindest von außen betrachtet, wirklich zu ermessen.
00:35:51: Was steckt denn wirklich dahinter?
00:35:53: Sie nennen das Forschungszwecke, Untersuchungszwecke.
00:35:56: Also vielleicht können sie da ja noch mal ein bisschen mit aufräumen was will der Netflix konkret damit machen und was damit bewirken eigentlich.
00:36:06: Glauben Sie mir genau die Frage habe ich mehrfach gestellt.
00:36:11: Ich habe noch schwammigere Antworten bekommen was auch einfach daran liegt dass die das selber noch nicht, also auch wieder nur eine Vermutung dass sie da selber nicht gar nicht so abschließend sagen können.
00:36:22: Was ich über Data Science weiß, dass es vollkommen unerwartet ist was ich mit zwei Daten unabhängigen Datenquellen mache und wenn ich die dann zusammen mixe was dann für Ergebnisse rauskomme?
00:36:35: Ich weiß nicht.
00:36:35: haben Sie mal den Vortrag von David Kriesel gesehen?
00:36:38: Spiegel-Mining?
00:36:39: Nein!
00:36:40: Unfassbar interessant ist auf YouTube.
00:36:43: Generell, der hat drei Vorträge gehalten im Rahmen des Chaos Computer Club und dass er allein aus den Veröffentlichungen der Spiegelartikel rauslesen kann welche Leute, welche Autoren da persönliche Beziehung zueinander haben.
00:36:58: es ist unfassbar!
00:36:59: Es ist unfastbar was sie mit Data Science alles machen können was die alles herausfinden können.
00:37:04: und diese Marktanalysen oder ja psychologischen Nutzungsanalys Das ist schon wertvoll.
00:37:15: Und die Frage, was sie genau untersuchen wollen, da wollen Sie... So verstehe ich das auch einigermaßen frei sein sich neue Rückschlüsse ziehen zu können.
00:37:26: Oftmals ist es ja so wenn ich irgendwie in der Forschung bin und sich irgendwelche Ergebnisse zeigen.
00:37:32: Ich bin von dem Ergebnis überrascht.
00:37:33: Ich wollte A rausfinden und kriege auf einmal Nachweis für B Bei uns überhaupt nicht.
00:37:40: So.
00:37:40: wie ist denn da jetzt die Korrelation?
00:37:41: Das muss ich mir mal genauer angucken.
00:37:43: Das ist alles nur Spekulation, aber vor allem weil ich weder Data Scientist noch Informatiker bin... ...aber wenn ich mir das aus der Perspektive anbucke dann ergibt es Sinn und für uns war wichtig dieses Feld juristisch so abzugrenzen dass wir trotzdem oder was heißt trotzdem erst recht und gerade Kontrolle darüber haben, was mit KI-Stimmenerzeugung passiert.
00:38:14: Sie haben auch gesagt, das ist ja praktisch ... diese rechtliche Rückverfolgbarkeit, das haben Sie eben auch schon mal angedeutet.
00:38:21: Weil natürlich auch wieder sehr oberflächlich von außen betrachtet, sondern Unternehmen wie Netflix ist ein Tech-Krise eben halt auch im Silicon Valley.
00:38:29: dazu dann noch eben dieser technische Faktor der künstlichen Intelligenz für viele immer noch so wirkt wie ein großer schwarzer Schlund wo Daten reingeworfen werden die man nicht mehr kontrollieren kann.
00:38:42: wenn man jetzt zum Beispiel es gerichtlich erwirken kann, dass praktisch Netflix in der Rechtfertigungspflicht ist.
00:38:50: Wie kann man praktisch sicherstellen, dass Netflix dann auch wirklich die kompletten Daten nach außen gibt und das da nicht noch irgendwo im Netflix Orbit irgendwelche anderen Systeme sind wo dann nochmal was drin ist, wo man gar nichts von weiß?
00:39:06: Also machen wir uns nichts vor!
00:39:09: Eine komplette Kontrolle werden wir nie haben, weder Mitvertrag noch ohne.
00:39:13: Und wenn jemand nicht belügen will und Workarounds finden will, dann funktioniert das meistens auch.
00:39:18: Wir haben das bei Bernie Madoff gesehen, wir haben es bei Wirecard gesehen.
00:39:22: Dinge passieren und man kann sie wahrscheinlich erst im Nachgang aufräumen, wenn überhaupt.
00:39:28: Haben wir mit unserer Vereinbarung eine Grundlage geschaffen dafür dass so was passieren kann?
00:39:32: Nein!
00:39:33: Wir haben eine Grundlager dafür geschaffen, dass überhaupt irgendwelche KI-Stimmen angegriffen werden können.
00:39:40: Also ich sag mal so, wir haben überhaupt die Grundlage dafür geschaffen dass man die Frage stellen kann ob es Missbrauch gibt.
00:39:46: Weil ansonsten haben sie nichts was Sie angreifen können.
00:39:50: Die Klick an der Rückverfolgbarkeit verstehe ich aber Rückvervolkbarkeit warum denn?
00:39:55: Ja weil wir etwas geschaffen haben das ein Verbotsrecht gibt.
00:39:59: Dass sich jetzt überhaupt verrück Verfolgen... Das ist etwas gibt warum ich es rückverfolgen kann.
00:40:03: Dass das mit Problemen belastet ist das will ich nicht nehmen absolut.
00:40:08: Das ist immer so, ne?
00:40:09: Und dann kennt man ja auch noch den Spruch vor Gericht und auf Hoa See ist mein Gott das Handt!
00:40:14: Das ist leider so und das sind auch Risiken die wir nicht ausgeräumt kriegen.
00:40:18: es sind aber keine Risiken, die wir in Spiel gebracht haben
00:40:21: dabei.
00:40:22: Nee klar, jetzt könnte man aber sagen dass es eigentlich nicht ratsam ist für diese Kronchauspielenden jetzt weiter praktisch in so einer Protesthaltung zu verharren und praktisch die Arbeit mit Netflix zu verweigern.
00:40:34: Jetzt könnte man theoretisch aussagen möglicherweise könnte dadurch eine Bewegung entstehen, dass Zuschauerinnen und Zuschauern Netflix boykortieren.
00:40:43: Und dadurch unter einen größeren Zugzwang bringen?
00:40:45: Ist das dann etwas wenn sie sagen es macht aus ihrer Sicht keinen Sinn weiter so zu verfahren wie jetzt Dass das etwas ist was Sie nicht für möglich halten dass sowas Entsteht so eine Bewegung
00:40:59: Also das ist eine Bewegungen der Synchronbranche gibt das ist erkennbar klar Und das es auch sehr viele Solidaritätsbekundungen aus dem Isama Publikum gibt.
00:41:11: Das ist natürlich auch unverkennbar.
00:41:16: Ich fürchte allerdings, dass es nicht dazu führen wird, dass der Konsum eingestellt wird.
00:41:24: Möglicherweise zu teilen, möglicherweise kündigt da ein oder andere sein Netflix-Abo vielleicht auch Hutnate, vielleicht auch Tausende Das sind aber keine Zahlen, die irgendwie Angst machen oder Ausschlag geben.
00:41:41: Und wenn es jetzt so wäre das auf einmal... Es hat ja sicherlich nicht jeder Bundesbürger Netflix-Abo, aber die weiß ich nicht, dreißigvierzig Millionen, die eins haben.
00:41:52: Wenn die das dann sofort kündigen?
00:41:54: Das hätte Auswirkungen!
00:41:55: Sicherlich!
00:41:57: Wenn man sich aber die aktuelle Berichterstattung alleine schon ansieht.
00:42:01: Gucken Sie mal in die Kommentarspalten Da ist es schon so, oder es gab jetzt auch ein Artikel von Filmstaats.
00:42:09: Dass viele Verbraucherinnen und Verbrauchern sagen ja ich gucke sowieso im Original Ich halte es nicht für wahrscheinlich.
00:42:19: Es wird sicherlich oder könnte einen harten Kern an Fans geben Aber darüber dürfte es nicht hinausgehen.
00:42:26: Und das ist auch das was wir aktuell sehen.
00:42:29: Also Es ist nicht so dass jetzt auf einmal irgendwie eine große Welle, nicht nur Zunge ausgelöst worden wäre.
00:42:40: So wie wir das sehen hat sich auch sehr stark in einer Richtung entwickelt dass die meisten Produktionen aktuell jedenfalls problemlos laufen.
00:42:51: okay Also es ist jetzt nicht so, dass Netflix da irgendwie Probleme hätte.
00:42:54: Weil sie jetzt Synchroenrollen umbesetzen müssten oder der Ansturm auf Netflix so hoch ist.
00:43:00: Weil natürlich im Netz wird durchaus vernommen, wenn dann zum Beispiel ein Synchronwechsel bei Stranger Things stattfindet.
00:43:06: Dass das Durchsachen sind an denen sich viele Leute stören.
00:43:11: Die Frage ist immer wie groß ist der Effekt den so etwas auf Netflix haben kann?
00:43:16: Das haben Sie eben auch gerade schon ...
00:43:18: Mich stört so ein Stimmwechsel mitten in der Produktion als Zuschauer auch.
00:43:22: Massiv!
00:43:23: Sorgt es dann dafür, dass ich die Serie abschalte?
00:43:27: Das ist dann die Frage ja.
00:43:28: Konsequent man auch selber ist natürlich...
00:43:31: So und das ist eben etwas was.
00:43:36: also es wäre natürlich schön wenn's so wäre.
00:43:39: aber am Ende des Tages müssen wir in so einer Situation da schon einen realistischen Blick auf die Dinge haben dürfen nicht irgendwie in Luftschlössern leben, sondern müssen schon schauen dass wir mit einem gewissen Pragmatismus zur Werke gehen.
00:43:59: Weil ansonsten kommen wir keinen Schritt voran.
00:44:02: und sie sagten vorhin man kann natürlich auch sagen das reicht mir aber nicht ja kann man immer sagen nur dann habe ich stillstand Dann bewege ich mich gar nicht weiter.
00:44:13: Das heißt nicht und es ist mir auch noch mal sehr wichtig dass was wir hier verhandelt haben das gelobte Land
00:44:19: Ja.
00:44:19: Ist es nicht?
00:44:23: Es ist der Fuß in der Tür und es ist der erste Schritt auf einem Weg, das ist auch das Thema.
00:44:30: wenn Sie die Frage der Vergütung ansprechen, das hatte ich Ihnen wirklich beantwortet.
00:44:34: Stimmt ja!
00:44:35: Das hat aus ganz vielen verschiedenen Gründen nicht funktioniert und einer der tragendsten Gründe ist dass es in der Synchronbranche als solcher keinen Tarifvertrag für Gagen gibt.
00:44:51: Es gibt eine gewisse Branchenüblichkeit, die liegt aber – das ist jetzt natürlich Gewerkschaftsmeinung, da werden die Produzenten ganz anders sehen – weit unter dem was angemessen ist.
00:45:01: und also wenn ich….
00:45:03: Das hat ja jetzt mit KI erstmal so nichts zu tun, aber wenn wir uns mal so die Entwicklung angucken in Kronen gibt es so, sagen wir mal sozusagen in den Sechzigerjahren und wenn wir die Gagen angucken, die in den sechzigern Jahren gezahlt wurden Dann müssten die Gage, die heute aktuell gezahlt werden, alleine zum Erhalt der Kaufkraft mit einem Faktor drei oder vier angesetzt werden.
00:45:28: Und dann habe ich noch nicht mal berücksichtigt, dass das Nutzungsvolumen in den Sechzigerjahren ganz anderes war als heute.
00:45:35: So und das heißt wenn wir heute bei drei Euro fünfzig oder vier Euro pro Teg sind müsste ich freirechnerisch heute bei dreißig bis vierzig Euro liegen pro Tee.
00:45:43: also da sind Summen die sind völlig utopisch Und da muss man erstmal irgendwie einen Weg finden, um auch dann daran anknüpfen zu können und sich die Frage stellen zu können.
00:45:53: Was ist denn die Nutzung tatsächlich wert?
00:45:57: Jetzt kommt das Charmante im Urheberrecht.
00:46:01: Das ist ein Beispiel, was ich die ganze Zeit bringe wenn sie jetzt irgendwie zu einem Autohändler gehen und den irgendwie keine Ahnung bequatschen und der verkauft ihn für fünf Euro in Porsche Und dann merkt er morgen, oh das war aber irgendwie ein Scheiß-Deal.
00:46:14: Das finde ich nicht gut.
00:46:15: und dann kommt der zu ihnen und sagt komm wir müssen noch mal über diese fünf Euro gereden.
00:46:18: Dann ist vorbei!
00:46:19: Vertrag des Vertrags ist pech gab.
00:46:22: Das im Urheberrecht ist das anders.
00:46:24: Im Urhebergerecht kann ich den Vertrag abschließen und danach nochmal sagen hör mal ich habe einen Anspruch auf eine angemessene Verrüthung.
00:46:31: Was du mir hier gezahlt hast ist nicht angemessen.
00:46:33: darüber reden wir jetzt nochmal.
00:46:35: Dieser Anspruch verjährt in der sogenannten Regelverjährung, also nach drei Jahren.
00:46:39: Das heißt alles was in diesem Jahr passiert, verjert in drei Jahren.
00:46:44: so lange kann ich noch mal die Hand aufmachen.
00:46:46: Wir sind natürlich der Auffassung dass KI-Training eine erweiterte Nutzungshandlung ist und in dem Rahmen werden wir auch darüber sprechen müssen.
00:46:58: das haben wir auch an verschiedenen Stellen mehrfach betont dass das durchaus einer der Druckpunkte ist, die wir bedienen werden in Verhandlungen.
00:47:08: Auf jeden Fall!
00:47:10: Der Wunsch alles auf einmal zu bekommen ist nachvollziehbar aber leider nicht realistisch in solchen Verhandlungssituationen mehr.
00:47:18: dann mein Kollege entgegnet wieso wenn ich ein Haus kaufe lasse ich mich doch auch auf keine Kompromisse ein?
00:47:23: ja sorry schlechter Vergleich.
00:47:24: also das funktioniert so nicht und man bewegt sich schon immer ein Stück vorwärts Und es ist ja auch jede Verhandlung, jede Nachverhandlung.
00:47:37: Jede Neu-Verhandlung führt zu einer sukzessiven Verbesserung und dann geht das natürlich auch sicherlich auf die Philosophie zurück lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
00:47:47: Lieber habe ich jetzt mal überhaupt was.
00:47:49: Das sozusagen mein Recht ist doch aber und ich muss doch und es geht doch.
00:47:53: Ich jahrelang gar nichts und hab nichts gesichert.
00:47:55: Hab nicht sichergestellt, die Leute kriegen kein Geld.
00:47:58: Aber ich bin mal an der Linie sehr treu geblieben.
00:48:01: Das kann man so machen.
00:48:03: Ich will das auch gar nicht irgendwie verteufeln.
00:48:06: Ich halte es nur nicht für das, was der Auftrag der Gedagschaft ist.
00:48:12: Okay vielleicht letzte Frage Herr Völker die wäre jetzt praktisch eigentlich nochmal in die Zukunft gerichtet.
00:48:18: ja Was glauben Sie denn jetzt wie sich das weiter gestalten wird, weil momentan erwirkt es ja wirklich so den Eindruck als ob da beide in ihren Überzeugungen irgendwie festhauen und jetzt praktisch für sich sagen dass ist das was wir akzeptieren können.
00:48:34: Sie von ihrer Seite ist das ist das maximale was wir für euch rausholen können.
00:48:38: Was glauben sie denn jetzt wie sich die Situation dann jetzt weiter darstellen wird?
00:48:42: Und ob da mal irgendwann wieder Bewegung reinkommen würde und was das sein könnte was die Bewegung bringt?
00:48:47: Meinen Sie jetzt in Bezug auf die Branche oder auf das Verhältnis zur Netflix?
00:48:52: Ich meine, jetzt auf das verhältnis zu netflix und inwieweit praktisch die verbände ob es da eine möglichkeit bestünde ihrer meinung nach in näherer zukunft dass sich die schausch synchron schauspielen.
00:49:05: denen die sich momentan in dieser verweigerungshaltung praktisch bewegen uns sagen wir akzeptieren diese clause für uns nicht.
00:49:11: Dass man sich da aufeinander zubewegt
00:49:14: ja Ich glaube, wenn ich eine Glaskugel hätte dann würden sich viele Probleme in der Welt lösen.
00:49:20: Also eine sichere Zukunftspognose kann ich da sicherlich nicht abgeben.
00:49:23: aber also wenn man mal das so ein bisschen auseinander siziert verhältnis netflix weiterentwicklung netflix natürlich wird der bfs nach wie vor seine forderung an netflix adressieren.
00:49:37: natürlich werden wir versuchen im verhandlungswege immer weiter die situation zu verbessern und mehr Vergütung, mehr Rechte, mehr Sicherheit und so weiter zu erreichen.
00:49:48: Ich kann keinen Zeitrahmen nennen.
00:49:50: Aktuell laufen in Amerika-Verhandlungen mit der SAC.
00:49:54: Mal gucken wie das ausgeht die Verhandlungen nämlich auch ohne dass Informationen rausgehen.
00:50:00: da wissen wir dann erst in ein paar Monaten was da passiert ist und darauf werden wir aufbauen und parallel werden wir natürlich weiter unsere Forderungen und Interessen kommunizieren und formulieren im Verhältnis der sozusagen zum Thema Verbändepolitik.
00:50:17: Fällt es mir eher schwer, da eine Perspektive zu sehen?
00:50:20: Wir haben mehrfach Gespräche miteinander geführt auch unter den Fortdänten.
00:50:27: Wir haben geguckt ob wir irgendwie gemeinsame Linien finden können.
00:50:32: das Resultat ist dass wir in unterschiedliche Richtungen laufen und im Kern unterschiedliche Ziele haben damit sehr schwer ist, einer Maximalforderung die aufgestellt wird irgendwie den Raum eines Kompromisses zu geben.
00:50:54: Ich habe jetzt auch in den letzten vergangenen Monaten so viele Einzelgespräche geführt versucht den Leuten zu erklären wo wir herkommen und wo wir hin wollen und es gibt auch diejenigen und das ist völlig legitim die sagen pass mal auf lieber beende ich meinen Beruf Statt mir die Finger an KI schmutzig zu machen, völlig legitim.
00:51:17: Das ist keine Position, die ich als Gewerkschafter einnehmen kann weil Sorgen muss dass der das die Branche weiter besteht und dass Jobs gibt, dass die Leute, dass Die leute beschäftigt werden.
00:51:26: aber die position ist völlig legitim.
00:51:28: Ich finde es schade Weil wir kommen an diesem in dieser Entwicklung nicht vorbei Und wenn wir abwarten oder uns verweigern laufen wir Gefahr rechts überholt zu werden.
00:51:44: Lieber bin ich dann dabei mitzugestalten und das Beste
00:51:47: rauszukohlen.".
00:51:48: Das sehen nicht alle so, und das kann sich auch niemandem vorwerfen der das so sieht?
00:51:53: Und er sagt Ich möchte in dreißig Jahren sagen können an mir hat es net nicht gelegen Völlig völlig klar dass dass wir hier sehr unpopuläre Entscheidungen treffen müssen
00:52:04: natürlich ja
00:52:05: ist steht glaube ich Ist ohne Zweifel sehr unbequeme.
00:52:13: Wahrheiten sind oder was heißt Wahrheiten?
00:52:15: Das ist aus unserer Sicht eine Wahrheit, sehr unbekwebe Umstände sind die wir kommunizieren müssen.
00:52:20: Wir halten es trotzdem für den einzig richtigen Weg mit diesem Problem umzugehen.
00:52:28: Herr Völker ich möchte Ihnen erst mal danken dass Sie sich so lange Zeit genommen haben und das sie so ausführliche Schilderungen mit uns geteilt haben.
00:52:35: Ich glaube Sie haben es eben gesagt Es ist vielleicht nicht die optimalste Lösung da in den Händen haben und man muss auch sehr unpopuliere Entscheidungen treffen.
00:52:44: Deswegen finde ich es natürlich auch wichtig, dass man unterschiedliche Perspektiven anhört weil ich glaube ist es eben dann nicht so klar das man da so den klaren Schuldigen hat und den kann man dann abstempeln sondern das sind einfach unterschiedliche Interessen unterschiedliche Sichtweisen die da aufeinander prallen und klar was hört sich dann hart an?
00:53:02: aber manchmal muss man das vielleicht dann auch also hart.
00:53:05: das dann ist ein Stück weit akzeptieren und dann muss man manchmal in den sauren Apfel dann beißen.
00:53:10: Man muss natürlich immer versuchen, klar den Leuten Gesprächsangebote zu machen.
00:53:15: Und natürlich gibt es auch diejenigen, die sagen nee möchte ich nicht das muss sich dann auch akzeptieren.
00:53:20: aber ich muss das Angebot machen und das versuchen wir und ab einem gewissen Punkt da haben sie völlig recht müssen wir damit leben.
00:53:29: Ja auf jeden Fall vielen Dank Herr Völker für das Gespräch.
00:53:32: Ich danke immer gerne wieder.
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