«Thunerts Thema»: Die Hitze dreht auf – doch wann kippt die Stimmung? Mit Sven Plöger (18.08.2026)
Shownotes
Der Sommer 2026 hat Deutschland mit lang anhaltenden Hitzewellen, Temperaturen von bis zu 40 Grad und extremer Trockenheit getroffen. Im Gespräch mit dem bekannten TV-Meteorologen Sven Plöger geht Mario Thunert der Frage nach, wie außergewöhnlich diese Entwicklung tatsächlich ist und welche Rolle die Erderwärmung dabei spielt. Plöger erklärt anschaulich, warum Hitzewellen länger und intensiver werden und weshalb Hitze trotz ihrer hohen Opferzahlen häufig unterschätzt wird.
Im Mittelpunkt stehen außerdem die physikalischen Zusammenhänge hinter den aktuellen Wetterextremen: Jetstream, Hoch- und Tiefdruckgebiete, Golfstrom, Meerestemperaturen und die zunehmende Erwärmung der Ozeane. Plöger ordnet dabei auch verbreitete Einwände ein – etwa den Einfluss der Sonne oder frühere natürliche Klimaschwankungen – und erklärt, warum die heutige Erwärmung vor allem durch ihre Geschwindigkeit und ihren globalen Charakter heraussticht.
Zum Schluss geht es um die Frage, ob die zunehmende Betroffenheit durch Hitze und Dürre zu einem gesellschaftlichen Umdenken und einer veränderten öffentlichen Stimmung führt. Plöger beobachtet derzeit eher eine Mischung aus Sorge und Apathie, sieht aber weiterhin Handlungsmöglichkeiten. Auch die Medien stehen in der Verantwortung: Statt Alarmismus und Dystopien brauche es verständliche Wissenschaft, gute Geschichten und eine Kommunikation, die nicht vorschreibt, sondern Wissen vermittelt, Neugier weckt und Mut zur Veränderung macht.
Sven Plöger ist am Montag, 14. September, um 20.15 Uhr in seiner neuen Dokumentation «Wie extrem wird das Wetter, Sven Plöger? – Klima-Hotspot Mittelmeer» zu sehen. Ausgestrahlt wird sie im Ersten Deutschen Fernsehen und ist am selbigen Tag auch in der ARD-Mediathek verfügbar. Dort kann bereits jetzt die Ausgabe zur Arktis-Schmelze aufgerufen werden.
Auch zu lesen gibt es Sven Plögers Analysen in seinem Buch: „Zieht euch warm an, es wird noch heißer! Können wir den Klimawandel noch beherrschen?“.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer, zu Tunats Thema.
00:00:04: Wenn ihr diese Podcastfolge hört seid ihr wahrscheinlich nicht mehr am schwitzen habt jedoch womöglich eine echte Hitze Tortur hinter euch.
00:00:15: vor allem Südwestdeutschland schien in einer nicht platzenden Wärmeblase gefangen.
00:00:21: Temperaturen zwischen thirty-fünf und vierzig Grad wurden zum Dauerzustand Weil es gleichzeitig kaum Niederschläge
00:00:31: gab,
00:00:32: bildete sich extreme Dürre mit trockenen Böden, niedrigen Pegeln und brandanfälligen Wäldern heraus.
00:00:41: Konsequenzen hatten diese Entwicklungen nicht nur für Ernte Schifffahrt- und Feuerwehr sondern auch – und das ist wohl der gravierendste Punkt – für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen.
00:00:57: sind Altenheime Kliniken.
00:01:21: Stattdessen soll gefragt werden, ob unsere Gesellschaft sich diese Fragen immer häufiger, immer drängender stellt.
00:01:32: löst die unmittelbare Betroffenheit von Dauerhitze, eine gesellschaftliche Verschiebung und Neubewertung des Klimabezugs aus.
00:01:43: Darum geht es!
00:01:45: Gesprochen habe ich über das Thema mit TV-Methäologis Sven Plöger – er teilt nicht nur seine Einschätzungen zum öffentlichen und medialen Umgang mit dem Klimawandel sondern kontextualisiert den Extremsommer auch vor dem Hintergrund der Erderwärmung.
00:02:34: Normalerweise steht er im Tagesthemenstudio und berichtet vor Millionen von Zuschauern über das Wetter.
00:02:42: Umso dankbarer bin ich,
00:02:44: dass er
00:02:44: als einer der bekanntesten deutschen Meteorologen sich heute die Zeit genommen
00:02:49: hat
00:02:49: für unseren kleinen Podcast.
00:02:52: Erst zum aktuellen Zeitpunkt wird zeichnen
00:02:55: auf.
00:02:55: am achten August mussten sie wie so oft in diesem Sommer das Anrollen einer neuen Hitzewelle über Deutschland ankündigen.
00:03:03: Ich persönlich habe das Gefühl, obwohl ich nicht im Südwesten lebe.
00:03:08: Die Hitzetage und Hitzewellen über dreißig Grad waren zwei tausend sechsund zwanzig noch mal präsenter nochmal hartnäckiger als eh schon.
00:03:18: ist es nur ein
00:03:19: gefühl
00:03:20: oder ist das tatsächlich etwas dass auch die statistik anzeigt
00:03:25: Sie haben offensichtlich tun hat ein statistisches Gefühl, also es ist nicht nur Gefühl.
00:03:29: Es ist einfach gemessen.
00:03:31: Wir haben eine wahnsinnige Zunahme der Dauern von diesen Hitzewellen übrigens in Deutschland tatsächlich unterschiedlich verteilt.
00:03:38: Der Südwesten wurde am stärksten getroffen, mit jedem Kilometer weiter nach Norden und Nordosten war es weniger.
00:03:44: aber es gab auch die Hitzespitzen.
00:03:46: Die Menschen haben vor allen Dingen und das haben mir viele erzählt eben unter der Schwühle gelitten.
00:03:51: Es ist sehr feuchte Luft teilweise gewesen.
00:03:54: wir waren wie in einem tropischen Land unterwegs.
00:03:58: Das ist dann natürlich nochmal Man kennt das, wenn man in die Sauna geht und hat dann den berühmten Aufguss.
00:04:05: In diesem Moment hat man die Gefühltheit.
00:04:07: Vorher war es schon warm, dann kommt der Aufgess.
00:04:08: Man kann es kaum ertragen.
00:04:10: Das sind in der Sauna natürlich höhere Temperaturen als in der Luft aber das war schon ungewöhnlich.
00:04:16: Und dann eben Temperaturrekorde schon Ende Juni immer wiederkehrende Hitzewellen im Juli.
00:04:23: also Wenn man es ganz kurz zusammenfassen will, wir erleben gerade das was die Klimaforscher uns seit Jahrzehnten letztendlich als Entwicklungen vorauszahlen.
00:04:34: Jetzt ist es so dass das ja praktisch beinhalten würde, dass rein quantitativ immer mehr Hitzewellen auftreten?
00:04:42: Ist das tatsächlich so oder ist es auch so dass praktische Hitzewellen aus anderen Erdteilen mehr und häufiger noch Europa kommen wo wir hier eher in so einem gemäßigtes Klima gewohnt sind.
00:04:54: Also es ist schlicht so, dass diese Hitzewellen uns häufiger erreichen oder dass auch Hitzerwellen wirklich häufiger entstehen?
00:05:01: Die Atmosphäre wird wärmer und das bedeutet natürlich, dass auch bei uns die Luft heißer ist, die Attributionsstudien da hat der Deutsche Wetterdienst einiges gemacht.
00:05:11: also das ist die sogenannte Zuordnungsforschung, wo man nachguckt wie stark sich der Klimawandel eigentlich konkret auf eine Hitzewelle aus.
00:05:19: und da gab's Ende Juni diese ganz hohen Temperaturen mit Rekorden bis fast zweiundvierzig Grad in Sachsen-Anhalt.
00:05:26: Und bei einer solchen Entwicklung hat man festgestellt, dass eine gleichartige Hitzewelle in den Sechziger und Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts drei bis vier Grad in der Spitze geringer ausfallen würde.
00:05:40: Also zweiundvierzig bis vier.
00:05:41: Dann hätte man achtunddreißig.
00:05:43: so was hat man auch früher immer schon mal erlebt.
00:05:45: Meistens gab es ein oder mal zwei Vorstöße im Jahr.
00:05:48: natürlich Wetter neigt dazu unterschiedlich zu sein.
00:05:51: Es wird auch in Zukunft man natürlich wieder einen kälteren Sommer geben nicht so heftig ist, aber es wird in Summe über die lange Zeit betrachtet.
00:06:00: So sein dass man Futur II wird gewesen sein.
00:06:05: also wenn man am Ende des Jahrhunderts auf dieses Jahrhundert zurückguckt würde man sagen müssen.
00:06:09: Das war einer der kühleren Sommer und das ist das tragische an dieser Entwicklung.
00:06:14: Aber tatsächlich ist es so.
00:06:16: diese Hitzewellen sind extremer geworden sind länger geworden natürlich wie wir das jetzt erleben über Südfrankreich über Spanien seit Wochen diese ganz extreme Hitze auch gestern wieder im Süden Spaniens bis vierundvierzig Grad, wenn die dort liegt und dann zu uns angezapft wird.
00:06:37: Dann kommt zusätzlich zur eh schon vorhandenen Erdarmung natürlich eine solche Luftmasse dazu.
00:06:43: Und das war übrigens immer schon so aber jetzt einfach alles höher temperiert.
00:06:47: Dann haben wir damit zu tun.
00:06:48: vielleicht ein Satz zu dem Klimawandel als Gedanke was da eigentlich überhaupt passiert.
00:06:54: Gerne.
00:06:55: Das was wir machen als menschliche Gesellschaft ist im Moment, dass wir auf jeden Quadratmeter dieses Planeten zusätzlich drei Komma Drei Watt einbringen.
00:07:06: Jetzt kann man überlegen wie groß der Planet ist, fünfhundertzehn Millionen Quadratkilometer und dann kann man das multiplizieren.
00:07:12: und deswegen haben wir einen Heizgerät aufgestellt was eine Leistung hat von ein Komma sieben Billiarden Watt und das lassen wir dauerhaft laufen.
00:07:20: so wenn ich eine Atmosphäre habe mit mir die als Raum vorstelle und stelle ein Heiz Geräte an was sich dauerhaft auch voll Tour laufen lasse und noch weiter aufdrehe dann gehen die Temperaturen nun mal hoch und deswegen wird der Gleichgewichtzustand bei dem was tun rauskommen, dass die Temperatur um zwei Komma sieben bis zwei Kommas acht Grad gegenüber dem vor industriellen Niveau das sind jahrelachzehnt hundertfünfzig bis neunzehnhundert.
00:07:48: Die nimmt man immer als Referenz.
00:07:51: ein Komma fünf Grad Ziel ausgesprochen.
00:07:53: aber wir landen mit dem was wir aktuell tun eben bei zweikommer sieben und zweikommar acht grad.
00:07:58: Nicht und, sondern oder.
00:08:00: Und wir müssen eben sehen die Veränderungen, die wir jetzt schon spüren mit all ihrer Intensität kommen zustande weil wir jetzt ziemlich genau an der ein Komma fünf Grad Schwelle sind, die im Moment mit Entschlossenheit übersteigen.
00:08:12: das ist die Problemlage.
00:08:14: Der zweite Punkt ist, mit diesem Heizgerät heizen wir diesen Planeten unterschiedlich auf.
00:08:20: Wasser und Land erwärmen sich verschieden der Norden und andere Gebiete auch... ...und dann strömt die Luft anders!
00:08:26: Und wenn die Luft anderes strömte als früher, dann ist das wo sie gerade gesagt haben was man gewöhnt ist hier in Mitteleuropa wechselhafteres etwas kühleres Wetter.
00:08:36: Dann ist das natürlich aufgebrochen weil die Luftmassen einen anderen Weg nehmen, weil heiße Luft warme luft viel mehr wasserdampf aufnehmen kann als kalte luft.
00:08:48: da ist eine regel dazwischen die sagt ein grad wärmer gleich sieben prozent mehr wasser dampf drin.
00:08:54: all das was wir da draußen sehen und erleben ist also gut erklärbare physik Und auf der anderen Seite ein Riesenproblem, wenn wir das nicht hinreichend thematisieren und auch vernünftige Schlüsse ziehen als menschliche Gesellschaft.
00:09:08: Weil wir sonst davon einfach überrannt werden.
00:09:10: und dieses Jahr gibt einem das Gefühl dass es scheinbar ein bisschen in diese Richtung geht.
00:09:14: Wir werden gefühlt ein bisschen überrannte.
00:09:16: Das zeigt auch die Dürre.
00:09:18: Ja
00:09:19: Hitzewellen ist natürlich ausgeprägter kommt häufiger vor.
00:09:22: aber das Wetter Phänomen oder sagen das Wettermuster einer Hitzewelle ist nichts neues und die hätte es auch in vielleicht niedriger Reform oder kälter Reform, etwas kälte Reform früher auch schon gegeben.
00:09:36: Könnten sie vielleicht nochmal kurz darauf eingehen was eigentlich hinter einer Hitzewelle steckt wenn das jetzt nicht zwingend was mit den Luftströmen zu tun hat also jetzt auch unabhängig von der industriellen Erderwärmung dass was das praktisch verursacht so eine Hitzewelle mal so unabhängig davon.
00:09:56: Also eine Hitzewelle ist dadurch verursacht, dass im Sommer die Sonne steil am Himmel steht.
00:09:59: Dass die Atmosphäre wärmer wird.
00:10:00: unabhängig davon wenn wir ein Hochdruckgebiet haben einen hoch sich lange hält bei uns und langsam weiterwandert oder gar nicht weiter wandert dann haben wir die Eigenschaft das in einem Hochdrucksgebiet luft absinkt und sobald Luft absinkts gerät sie unter höheren Druck.
00:10:15: der Luftdruck ist unten höher als oben und wenn es über höherem Druck geht wird sie zusammen gedrückt Und weil Luft komprimierbar ist, erwärmt sie sich dadurch.
00:10:24: Also absinkende Luft muss sich erwärmen für alle Fans, also Fans von Physik meine ich an der Stelle.
00:10:32: Solange da keine Feuchtigkeit oder Konsensationsprozesse drin sind, ist das ein sogenannter Trocken an diabetischer Vorgang oder anders die Luft erwärmt sich mit einem Grad pro hundert Meter auf ihrem Weg nach unten.
00:10:44: Das ist anders wenn Wolken da sind und Konsensation Prozesse passieren Dann haben wir die sogenannte Feuchterdiabate.
00:10:51: Aber am Ende hat das zur Folge starke Sonneneinstahlung, Klimawandel und damit mehr Energie drin plus absinkende Luftmassen.
00:10:58: Manche sprechen medial Das ist eher kein wissenschaftliches Wort aber medial sehr bekannt geworden von einer Art Hitze-Dom.
00:11:06: Und etwas solches erleben wir dann und wenn er es über Wochen anhält dann kommt natürlich ein Riesen großes zweites Problem dazu und das ist das, was uns jetzt mindestens genauso beschäftigt wie die Hitze.
00:11:17: Das ist natürlich die Trockenheit, die Dürre, diese Influkspäle, die dann münden in die Diskussion, wie transportieren wir Waren über Flüsse, wo nicht ausreichend Wasser drin ist
00:11:26: usw.,
00:11:27: wenn ich noch einen Satz zu einer Hitzewelle ergänzen darf.
00:11:31: Aus meiner Sicht – und das muss man vielleicht wirklich wiederholt sagen – Bezogen auf die Opferzahlen und das ist kein schönes Thema.
00:11:40: Hitze ist bezogen auf die opferzalen, dass schwerste Unwetter was wir kennen.
00:11:45: also Wir haben jetzt durch diese hitzewellen im jahr zwanzig sechsundzwanzig eine opferzahl von zehn tausend menschen.
00:11:53: Das kann man nachweisen, indem er diese Statistiken anguckt.
00:11:56: Zehntausend!
00:11:57: Jetzt verweise ich nochmal auf die fürchterliche A-Flut, die glaube ich in unserem kollektiven Gedächtnis verbleibt und zwar nicht um Zahlen und Schicksale zu vergleichen – das kann man nicht, dass es blödsinn.
00:12:06: Aber damals gab es hundertfünfundachzig Tote was nochmals gesagt ganz fürchterlich ist.
00:12:11: aber wir sehen in der Wahrnehmung sobald dramatische Bilder vorliegen und das tun sie wenn ein Hochwasser kommt oder einen Sturm kommt, wenn wir Zerstörung sehen können Dann haben wir unmittelbar den Eindruck des Unwetters.
00:12:24: Wenn ich Hitze fotografiere, also Frankfurt am Main fotografiert in einer Hitzewelle dann habe ich übersetzt quasi ein anführendes Zeichen schönes Wetter fotografiert da ist einfach Sonnenschein Da ist nichts Bedrohliches dran und deswegen übersehen wir Menschen auch diese Ernsthaftigkeit eines solchen Anführungszeichen-Unwetter Und dann führt das am Ende zu einer Art stillem Sterben.
00:12:45: Das hat gar nicht dieser Aufmerksamkeit.
00:12:48: Bedarf ist unsere sinnvollen Handel ins Gegenüber dieser Entwicklung.
00:12:52: Wenn ich sie richtig verstanden habe, ist es so dass praktisch wenn
00:12:56: mehr Hochdruckgebiete
00:12:57: vorhanden sind in einem Sommer das dann eben die Wahrscheinlichkeit logischerweise höher ist, dass eine Hitzewelle entsteht.
00:13:03: jetzt gab es ja früher auch immer mal schon Unterschiede also dass es kälter und heißere Sommer gab mit mehr Tiefdruck Einfluss mit mehr Hoch Druck Einfluß Was ist denn dafür zuständig?
00:13:13: Also, was passiert dann auch wieder noch mal vielleicht ein bisschen unabhängig von der Diskussion.
00:13:19: Wie kommt das in manchen Sommern oder in manche Wetterphasen mehr Hochdruck-Einflüsse praktisch geltend gemacht werden und in manch'n weniger?
00:13:29: Ja, interessante Frage!
00:13:31: Fangen wir ganz kurz damit an – es müssen nicht mehr Hochdrogebiete sein.
00:13:34: Wenn eins da ist und ewig liegen bleibt, reicht das.
00:13:37: Das heißt also... letztendlich Hoch und Tiefs wandern.
00:13:43: Natürlich, wenn noch ganz viele da sind haben wir auch den Effekt aber zwischen den hochskommenden Tiefen und dann werden auch ganz viele Tiefes da.
00:13:49: Und das ist eigentlich ein bisschen die Lösung auf ihre Frage Die Wanderschaft von Hoch und Tiefe.
00:13:54: Da stellt sich wieder die Frage warum wandern die überhaupt?
00:13:58: Das wiederum hat mit dem Temperatur unterschieden zu tun.
00:14:01: Wir haben es am Polkalt am Equator heißt.
00:14:03: Das ist das Prinzip und das will einen Planet Das will die Physik ausgleichen.
00:14:08: Also wenn irgendwo zu viel Wärme ist, klang mal auf Energie und irgendwo anders zu wenig Wärmung ist am Pol, dann wandert!
00:14:17: die Wärme.
00:14:18: Das heißt, der Planet transportiert Wärmen vom Äquator zum Pol.
00:14:22: ganz grob übersetzt das ist alles nicht ganz einfach weil die Erde eine sich drehende Kugel ist und dabei kommt dann eine Korioliskraft ins Spiel die überhaupt unsere gesamten Bewegungssysteme des Wetters auslösen.
00:14:35: warum dreht sich alles schwingt alles wechselt alles?
00:14:38: Dann haben wir Landmassen, wir haben Wassermassen Wir haben unterschiedliche Erwärmungen also ganz viele Prozesse mit einem Wanderwechsel wirken.
00:14:44: dann kommen hier die Biosphäre dazu die Krüosphäre, das Eis, dass sich zurückzieht dazu und letztendlich sogar die Lito-Sphäre des Gestein.
00:14:53: Was ich ja auch ganz langsam bewegt!
00:14:55: Ich sage aber wirklich immer gerne ganz langsam machen Sie mal eine Urlaubsreise mit der Kontinentalverschiebung.
00:15:01: Da müssen wir Zeit mitbringen, das dauert einen Augenblick.
00:15:04: Also was ich sagen will diese Wechselwirkungen führen dazu dass wir in der Höhe und jetzt fokussieren wir uns mal auf unsere Region weil ganz viele Regionen haben ganz viele solcher Prozesse.
00:15:15: In unserer Region gibt es eine sogenannte Polarfront Und die setzen wir.
00:15:20: Das ist in der höhe von etwa zehn Kilometern.
00:15:23: Die übersetzen wir gerne mit dem Wort Strahlstrom.
00:15:25: oder in Englisch und da werden viele kennen Jetstream Bestimmt letztendlich da oben auf zehn Kilometer Höhe ungefähr, was unten am Boden die Hoch- und Tiefs tun.
00:15:37: Die unser Gewetter geschehen dann bestimmen.
00:15:39: Und wenn dieser Jet streamt das ist ein Prozess den wir momentan beobachten weil der Equator sich langsamer erwärmt als die
00:15:48: Pole
00:15:48: durch den Eisrückzug haben wir dort eine sogenannte Rückkopplung Eine positive Rückkopplung nicht im Sinne von positiv sondern im Sinne vom Gleichgericht dass es jetzt schon in der Arktis drei Grad wärmer geworden ist und im equatorialen Bereich nur minimal.
00:16:02: Und das bedeutet die Temperatur-Unterschiede zwischen Äquator und Pol werden geringer, wenn sie geringern werden dann braucht's natürlich weniger Ausgleichströme.
00:16:10: mal ganz vereinfacht übersetzt man muss jetzt im Grunde genommen noch zwei Semester dranhängen.
00:16:15: um das mit allen Fakten zu füllen kann ich jetzt hier nicht weil wir irgendwann auch fertig sein wollen.
00:16:21: aber dadurch verändert sich der Jetstream und neigt im Moment dazu eher mal zum einen sich in der Amplitude zu verändern.
00:16:29: Was bedeutet, dass wir stärkeren Zustrom mal von heiß und mal von kühlerer Luft haben?
00:16:34: Also die Schwingung ist stärker aber gleichzeitig bleiben zb die Wellenberge des Jetstreams wenn man sich das Mal von oben auf schaut vorstellt länger bei uns liegen.
00:16:46: Das heißt es hoch bleibt länger bei Uns liegen.
00:16:48: Wenn ein Hoch länger da ist Bedeutet das im Sommer Dürre und Hitze.
00:16:53: Den Tiefs geht es genau so.
00:16:54: Länger da bleibt, im Extremfall wie bei der A-Flut ewig und dann geht aller Regen an dieselbe Stelle.
00:17:02: Dann haben wir auch in Sachen Starkregen Überschwemmungen eine Zunahme der Unwetter.
00:17:06: Also Es sind zwei Seiten der gleichen Medaille mit der wir es zu tun haben wenn Wetter extremer wird Im Sinne von Dürr und Hitze gleichermaßen Wie im Sinne von Starkreben.
00:17:16: Jetzt muss ich einen wichtigen Satz ergänzen Diese Theorie des Jet-Streams wird im Moment in der Wissenschaft geprüft.
00:17:25: Das ist schlau, dass man das tut.
00:17:27: Kurt Tucholsky hat mal einen schönen Satz gesagt.
00:17:29: Er hat gesagt die Plausibilität ist der größte Feind der Wahrheit.
00:17:33: Dieser Satz wird heutzutage manchmal missbraucht aber er is ein kluger Satz denn wenn etwas sehr plausibel klingt gilt es das zu überprüfen und deswegen gibt es eine Wissenschaft.
00:17:42: Ist ein schönes Wort im deutschen Wissenschaft.
00:17:45: Wenn man's trennt... muss man mit den Fs aufpassen, weil dann eins dazu kommt.
00:17:49: Aber man sieht das ist ein Prozess und genau dieser Prozess ist im Moment angestoßen.
00:17:54: Man prüft wie stark die Wirkung dieser Theorie, die ich gerade erklärt habe, wo gibt es vielleicht noch andere Effekte, die möglicherweise auch wieder in die Gegenrichtung wirken was in einem komplexen System jetzt wirklich nicht verwunderlich wäre?
00:18:06: Man muss das differenziert angehen und wenn man die Erklärungen so weit gefunden hat eben sagen Die Erwärmung die wir erleben, die unterschiedlich ist.
00:18:16: Die Strömungsmuster auf diesen Planeten verändern darüber das Wetter verändern und genau die Veränderungen des Wetters.
00:18:23: Die führt wiederum dazu dass wir persönlich den Klimawandel spüren denn ob es jetzt Grad wärmer wird als globale Mitteltemperatur.
00:18:34: Das kann ja keiner von uns fühlt, aber die daraus resultierende Wetteränderung durch Hitzeüberschwemmungen – all die Dinge, die wir immer wieder erleben und im Wetterbericht auch thematisieren.
00:18:44: das ist das wodurch Klimawandel eben spürer
00:18:47: wird.
00:18:49: Manchmal wird ja dann noch angeführt oder was heißt nicht nur manchmal, sondern oft dass es sozusagen auch wetterhistorisch-klima historisch immer mal wieder unterschiedliche Wetterphasen gab.
00:18:58: Also zum Beispiel gab es ja die Eiszeit, dann gab es die Warmzeit... Wie war das denn früher?
00:19:04: Da gab es noch sozusagen nicht die Industrielle die Menschen gemachte Erwärmung durch Emissionsausstoß.
00:19:10: Da gab es aber auch schon Warmphasen, die sehr
00:19:13: warm waren
00:19:14: und wo es vielleicht sogar noch weniger Eis, noch weniger Gletscher gab.
00:19:17: Woran lag denn das dann damals?
00:19:19: Dass es da so warm war... Gab es dann andere Faktoren, die dann praktisch auch wieder auf diese Strömungsverhältnisse oder auch auf den Jetstream eingewirkt haben?
00:19:26: Oder waren das dann andere?
00:19:30: Ja unbedingt, also das ist vielleicht wirklich auch eine sehr gute Frage um das nochmal zu beleuchten.
00:19:34: Also die Natur hat das Klima immer schon geändert.
00:19:37: aufgrund der von mir eben genannten Komponenten bis hin zur Kontinentalverschiebung geht man einfach fünfhundert Millionen Jahre zurück wo Deutschland am Equator lag wo es überhaupt kein Golfstrom geben konnte weil die Meere ganz anders verteilt waren.
00:19:49: da war natürlich die Meereströmungen anders da waren die Luftströmung anders Das Wetter war völlig anders Da war die Zusammensetzung der Luft teilweise anders.
00:19:57: wir haben in der Historie Wir haben jetzt auf diesem Planeten tatsächlich die fünfte Atmosphäre, wir hatten ganz früher mal ganz andere Atmosfälle.
00:20:05: In der Erzzeit wäre man sofort tot also da hätte man gar nichts atmen können.
00:20:10: so wenn man das über diese lange Zeitskala betrachtet, hatten wir unglaubliche Schwingungen und Schwankungen im Neoprotoro Zäukum, also da ist siebenhundert fünfzig Milliarden Verzeihung Millionen.
00:20:21: jetzt wollen wir korrekt bleiben, siebenundfünfzig Millionen Jahre her Da ist die Erde wahrscheinlich mal eine Snowball-Earth gewesen, also eine ganz komplett eingefrorene Erde.
00:20:32: Das heißt wenn ich über den Zeitstrahl der viereinhalb Milliarden Jahre Erdgeschichte gehe dann sind die Klimaschwankungen dieses Planeten so riesig dass das was wir haben Minimis.
00:20:43: aber jetzt kommt der riesige Unterschied und das ist das Entscheidende warum dieser Klimawandel ganz anders ist als alle anderen.
00:20:50: Nichts in der Natur kann, drei Komma Drei Watt pro Quadratmeter in das System bringen.
00:20:55: Außer vielleicht ein Astheuriten-Einschlag mit Theoriteneinschlag oder irgendwie einen mega Vulkanausbruch wenn der Yellowstone ausbricht und so was dann ist die Weltgeschichte für uns Menschen im Prinzip mehr und weniger zu Ende Wenn sowas passiert ja aber sonst Können wir das gar nicht zu Stande bringen.
00:21:13: und deswegen ist diese Änderung, die wir jetzt haben gemessen an den Veränderungen.
00:21:17: Die der Planet immer schon hatte viel viel viel Viel viel viel schneller.
00:21:22: und dass der Unterschied wofür der planet Jahrzehntausende oder Jahrhunderttausende brauchte Das geht.
00:21:28: jetzt in wenigen Jahrzeenten und Jahren Und das ist der entscheidende unterschied zwischen naturgemachten klimawandeln und Klimawandel die wir heute erleben und man muss dabei immer unterscheiden betrachte ich eine region.
00:21:42: Auch früher schon konnte in einer bestimmten Region, zum Beispiel rund um Grönland durch bestimmte Prozesse in der Meereströmung oder einen Wechselwirken mit dem Eis mal sehr kurzfristig.
00:21:53: Das sind sogenannte Damtsgart-Öschker und Heinrichereignisse da konnten sehr hohe Geschwindigkeit die Temperaturen sich wahnsinnig verändern.
00:22:01: aber hier geht es ja um die globale Diskussion und die globalen Veränderungen für den ganzen Planeten gleichermaßen.
00:22:07: Die
00:22:08: ist durch diese Energie eben viel schneller als die Natur das bisher gemacht hat.
00:22:12: Das ist der Unterschied.
00:22:13: und da gibt es Prozesse... Die sind auch weitestgehend bekannt, die sogenannten Milankovic-Zyklen.
00:22:20: Den serbischen Mathematiker Milutin Milankovich und das hat damit zu tun dass die Erdbahnenparameter und damit sich die Energieverteilung ändern.
00:22:30: Es gibt eine Präzession, eine Obliquität und eine Exzentrizität.
00:22:34: ich will das jetzt nicht zu sehr auswalzen aber die Erddbahn die ändert sich wir haben ja eine Stellung der Erdachse die ist schräg das Eiert, dann ist unsere Bahn um die Sonne mal elliptischer und mal runter.
00:22:50: Und all diese Schwankungen führen dazu, dass die Energie unterschiedlich eingestrahlt wird und das wiederum löst über die lange Frist – da sprechen wir von fünfundzwanzig bis einhunderttausend Jahren solche Veränderungen aus – aber eben nicht über dreißig
00:23:04: Jahre.
00:23:05: Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es ja aktuell sogar so, weiter entfernteren Winkel ist, so dass die Sonneneinstrahlung auf der Erde eben nicht ganz so groß ist und dann eben nicht als Hauptfaktor dafür angeführt werden kann.
00:23:18: Dass eine stärkere Sonneinstrahlung für die Erdärmung zuständig ist oder?
00:23:22: Das war jetzt ein bisschen physikalisch durcheinander, wenn ich aufrollen
00:23:25: darf.
00:23:25: Nein
00:23:27: das ist nicht bös gemeint.
00:23:28: aber tatsächlich die Sonne hat im Moment also die Zeitschaler, die wir ja jetzt erleben.
00:23:32: da ist die Sonnen immer gleich.
00:23:33: Also da müssten wir jetzt irgendwie hunderttausend Jahre zeitlich wandern und dann könnten wir solche Sätze sagen Aber so ist es im Moment.
00:23:40: Wir haben einen Abhehl oder einen Perihel.
00:23:42: Der Abhehel das ist der weiteste entfernte Punkt von der Sonne Das ist Anfang Juli Im Moment Und der Perihl das ist Anfang Januar.
00:23:48: Da sind wir am nächsten dran auf die Distanz, Sonne Erde eine geringe Rolle.
00:23:54: Die Sonne spielt auf andere Weise eine Rolle nämlich es gibt die berühmte Solar-Konstante und das finde ich persönlich immer sehr lustig gar nicht konstant ist also die Sonne liefert Energie an diesen Planeten Erde und natürlich auch woanders hin aber eben auch an uns und diese Solarkonstante unterliegt ganz, ganz leichten Schwankungen und das hat mit den berühmten Sonnenflecken zu tun.
00:24:19: Da haben vielleicht viele Zuhörer schon mal von gehört.
00:24:22: also die Sonne ist manchmal aktiver und manchmal weniger aktiv.
00:24:25: wenn es viele Sonnen flecken gibt dann ist sie aktiver Dann stößt sie mehr Energie ab Und tatsächlich haben wir auf der Erde natürlich ein bisschen mehr davon.
00:24:33: Das sind sehr geringe Beträge.
00:24:35: Da sprechen wir von Null, ein bis Null Komma drei Watt vielleicht.
00:24:39: Noch mal das was im Moment aber in der Natur zu beobachten ist durch uns sind Drei Komma Dreibad.
00:24:44: also das zeigt schon dass wir mit der Sonne diese Schwankung per se gar nicht erklären könnten.
00:24:50: und
00:24:51: dieser Zyklus Der war jetzt auf einem Höhepunkt.
00:24:54: Wir hatten Jetzt eine sehr intensive Sonne zuletzt zwanzig vierundzwanzig auch Bisschen Sechsen Zwanzig hinein.
00:25:00: Das kann man sehen an den vielen Polarlichtern.
00:25:02: Wir hatten sehr viele Polarlichtsrichtungen, das ist ein typisches Ergebnis des Teilchenstroms von der Sonne auf die Erde.
00:25:08: und dann kommen diese elektrisch geladenen Teilchen an und berühren unsere Atmosphäre um.
00:25:12: dann geht es los und wir sehen Licht.
00:25:15: Das sind die Polarlichte als Zeichen der Sonnenaktivität.
00:25:18: Das wird jetzt wieder abnehmen.
00:25:19: Es gibt einen Schwabezyklus, dass sich so eine elfjährige Schwankung.
00:25:24: Und es gibt immer wieder Leute Vom Grundsatz sagen, ja aber die Sonne macht doch die Klimaschwankungen.
00:25:31: Und da sage ich immer naja natürlich ist die Sonnen wichtig weil ohne Sonne wären Lampen aus.
00:25:36: Wir können Energiewürden einfrieren und werden alle nicht mehr hier.
00:25:40: Das ist richtig!
00:25:40: Die Sonne ist der Energielieferant.
00:25:42: Aber das Entscheidende ist die Schwankung und diese Schwankungen erklärt überhaupt nicht.
00:25:47: einen dreißigjährigen Anstieg kann man sich auch leicht vorstellen.
00:25:50: wenn der Schwabezyklus elfjährig ist und der dominant wäre dann müssten wir weltweit eine Temperatur Kurve haben mit einer elfjährigen Schwankung, die würde gerade ausgehen.
00:26:00: Mal höher, mal tiefer im Elfjahresrhythmus.
00:26:02: Haben wir nicht?
00:26:02: Sondern wir haben eine starke ansteigende Kurve seit ungefähr den Ende der Achtzig- und Neunziger Jahren, die immer massiver hochgeht so wie es eben die Klimaforschung aufgrund der Energie, die wir einbringen auch seit Jahrzehnten sagt.
00:26:18: also diese Zusammenhänge werden nicht durcheinander gebracht durch möglicherweise bei einigen bestehenden damit meine ich ausdrücklich nicht Sie jetzt an der Stelle unwissen über die Prozesse in der Sonne.
00:26:30: Ja,
00:26:32: deswegen warum wir so ein bisschen oder ich auch nochmal auf diesen Themengebiet insistiert habe ist weil das oft ja als Alibi genommen wird, dass man sagt es ist sozusagen nicht Klimawandel sondern das ist einfach Wetter um das dann zu entkräften.
00:26:47: aber deswegen ist es so wichtig dass man das dann noch mal so ausdifferenziert wie Sie es
00:26:51: gerade getan haben.
00:26:52: Ganz genau, darum geht es immer.
00:26:55: Wir haben leider so ein bisschen Physikdemenz bei uns im Land.
00:26:58: Hab
00:26:58: ich auch.
00:27:01: Ich muss jetzt vorsichtig sein und finde es gut dass die Fragen aufs Trapez kommen.
00:27:06: aber tatsächlich haben wir eine gewisse Physik-Demenz die daraus besteht das ganz viele wahrscheinlich lange gefehlt haben oder wir mittlerweile sogar gegenüber diesen ganzen Mindfächern diesen ganzen naturwissenschaftlichen Fächern manchmal so einer Haltung einnehmen dass man sogar damit kokettieren kann Musik nicht versteht.
00:27:23: Das erlebe ich auch immer wieder in Fernsehsendungen, wo irgendwelche Prominenten dann also ausführlich erklären, dass sie das ja alles gar nicht verstehen.
00:27:30: Ich finde das nicht glücklich!
00:27:31: Also wir sollten damit nicht kogätieren.
00:27:33: Ich habe volles Verständnis – ich verstehe ja von anderen Dingen auch oftmals nicht so viel – wenn man da jetzt vielleicht nicht viel versteht von aber dann kann man zum Beispiel mal ein Buch lesen und man kann sich hier mal einen Podcast anhören wie wir ihn gerade machen.
00:27:46: Aber man sollte nicht unbedingt reinlaufen und sagen, dass es ganz toll ist, wenn man das alles nicht verstehe.
00:27:51: Das ist eigentlich ein schlechter Faktor, weil die Gesellschaft ist im Moment bei diesem Klimathema nicht ausreichend resilient gegen seltsame Angriffe von Klimaforschungsleutnanten.
00:28:02: Und das finde ich sehr anstrengend, denn am Ende gibt man den berühmten Satz von Sir Francis Bacon der da geheißen hat Wissen is Macht!
00:28:11: Wenn man den umdreht, steht da Unwissen ist Ohnmacht und das sehe ich im Moment als riesiges Problem für die menschliche Gesellschaft auf diesem Planeten.
00:28:18: Wir sind nicht sicher genug in der Argumentation auch gegen Klimaverorschungsleutner was daraus passiert.
00:28:24: also ich nenne die Geschwindigkeit ich nenn die Zusammenhänge mit der Sonne und vieles andere mehr.
00:28:29: Ich bin als Vortragsreisender viel unterwegs.
00:28:32: ich stehe da auf Bühnen Und ich will ein Beispiel machen Da sitzen ein tausend Leute und dann komme ich da rein auf die Bühne treten und sagen, liebe Leute als erstes will ich Ihnen klar machen zwei plus zwei ist nicht vier sondern fünf.
00:28:44: Wenn ich das mache dann wird die ganze Gemeinde, die da sitzt, resilient genug sein und meinen Beitrag zurückweisen.
00:28:51: und wir sagen nein es ist Quatsch, es ist vier!
00:28:54: Und ich habe keine Chance mich mit meiner Behauptung durchzusetzen.
00:28:57: wenn ich da reinkomme und sage der Erde ist eine Scheibe und keine Kugel wird das gleiche passieren.
00:29:02: Vielleicht sitzt irgendeiner drin und sagt endlich, sagts mal einer.
00:29:04: Aber die meisten werden sagen, die Erde ist eine Kugel.
00:29:07: Das wissen wir!
00:29:09: Wenn ich reinkomme und sage es gibt gar keinen Menschen gemacht im Klimawandel das ist alles Natur und das erkläre ich euch mal dann werden da drinnen viele Leute sitzen die sagen wow endlich traut sich das einmal zu sagen und erklärt mir das und der ganze Klimaforschung hat doch gar nicht recht.
00:29:23: Und solange das passieren kann dass wir da nicht resilient als Gesellschaft sind Unfug, physikalischen Unfug der uns jeden Tag präsentiert wird auch in vielen vielen Fake News zurückzuweisen.
00:29:35: Haben wir ständig ein Problem auf einer Diskussionsbasis die in Wirklichkeit gar keine ist und das halte ich für zentral.
00:29:43: deswegen dass Bildungsthema so anstrengend es für manche klingen mag bleibt einen absolut wichtig ist.
00:29:50: Das ist so ähnlich wie wenn ich abnehmen will, da muss sich weniger essen.
00:29:54: das bleibt richtig und wichtig.
00:29:56: ohne diese Maßnahme kriege ich es nicht hin beim Klimaschutz wenn ich die Emissionen nicht senke ohne die Maßnahmen krieg' ich das nicht hin.
00:30:03: aber erst dann wenn wir das als Gesellschaft verstehen warum das wirklich wichtig ist und warum die Klimaforschung da nichts erfindet sondern warum die Dinge die wir jetzt sehen erklärbar waren vor Jahrzehnten Dann können wir resilienter werden und das möglicherweise unser Wissen eher vielleicht in Handeln umsetzen.
00:30:23: Das ist ja im Moment unsere Hauptprobleme.
00:30:26: Da würde ich auf jeden Fall dann zum Schluss auch noch mal darauf zu sprechen kommen, wenn man darüber spricht was kann man jetzt so für Perspektiven am Horizont sehen wie man vielleicht auch verändert mit dem Klimawandel umgeht und da vielleicht auch eine andere Kultur daraus entstehen zu lassen und andere Lebensgewohnheiten.
00:30:41: Ich wirke jetzt kurz nochmal zu dem Phänomen Sie haben das sehr praktisch schon ausgeführt mit dem Jetstream.
00:30:46: Jetzt gibt es ja auch noch diesen Faktor mit dem Golfstrom.
00:30:50: der ist ja sozusagen als Umweltspumpe in Betrieb sagen wir es mal so oder er fungiert als solche und da wird ja auch einiges dadurch durcheinander gebracht also praktisch in den Gewässern.
00:31:00: Ist das dann so, dass wir eine höhere Wahrscheinlichkeit haben?
00:31:03: Dass warmes Wasser oder wärmeres Wasser zu uns
00:31:07: kommt?
00:31:08: Golfstrom ist viel diskutiert weil das ganze Erdsystem ich sagte es ja vorhin schon aus diesen verschiedenen Bereichen besteht und somit kriegen wir auch sehr viel Energie über zum Beispiel den Golfstrom der übrigens korrekterweise Nordatlantik Strom heißt dem Moment wo er den Golfküste verlässt Und wenn der verlassen wird, dann heißt es Nordatlantisch Strom.
00:31:25: Das sind Terrawatt an Energie die zu uns transportiert werden und die dafür sorgen dass wir auf unseren Breiten geraden eine insgesamt wärmere Luftmasse haben als wir sie sonst hätten.
00:31:36: das heißt also der Goldstrom ist ein für uns sehr positives Heizgerät.
00:31:43: im Prinzip jetzt mal Klimawandel rausgenommen natürlich weil sonst hätten Wetterbedingungen wie in Labrador.
00:31:49: Das heißt, wir hätten im Januar durchschnittlich minus fünfzehn Grad und im Sommer im Juli zehn Grad Und so haben wir im Januar null und im Sommerszwanzig.
00:31:58: das ist der Vorteil durch den Golfstrom oder Nordatlantisch Strom.
00:32:01: So jetzt gibt es und dass sprachen sie an die sogenannte thermohaline Zirkulation das ist die Felspumpe.
00:32:08: das hat mit Salz und Temperaturen zu tun.
00:32:11: Salzhaltiges Wasser ist schwerer und kaltes Wasser ist auch schwerer.
00:32:14: Salzarm ist leichter Wärme ist auch leichter und wenn jetzt Eis schmilzt, das tut es ja im Moment durch den Wärmungsprozess stark.
00:32:25: Dann ist das Süßwasser und Süßwasser ist leichter als Salzwasser.
00:32:28: Und die Umwaltspumpe geht ganz vereinfacht so.
00:32:31: vom Roll von Mexiko kommt warmes Oberflächenwasser weiter nach Norden kühlt sich allmählich ab singt dann in der Region zwischen Island Grönland Und Skandinavien großräumig ab und strömt ganz, ganz vereinfacht gesagt als schweres salzhaltiges Wasser unten zurück.
00:32:46: Und steigt dann irgendwo im Roll von Mexiko wieder auf ist ein Teil eines weltweiten Fördersystems wo alle Meeresströmungen miteinander verbunden sind.
00:32:55: das heißt also dass es ein riesiges System so.
00:32:59: wenn jetzt aber Süßwasser oben drauf kommt an die Stelle wo Wasser eigentlich weil Schwer- und Salzhalt dies absinken will dann ist das gar nicht mehr nötig oder nur noch weniger intensiv nötigt.
00:33:12: Und das bedeutet, dass da natürlich auch weniger Wasser nachströmen muss und dieses Nachströmung ist der Nordatlantikstrom.
00:33:17: Das heißt wenn viel Eis schmilzt, dann schwäche ich den Nordatlanticstrom und sowas hat es schon mal gegeben in der Geschichte vor elf tausend Jahren, das jüngere Drias-Ereignis am Ende der Eiszeit.
00:33:29: sehr viel Eis ist geschmolzen Ende der Eiszeit, klar.
00:33:32: Und dann kam sehr viel Süßwasser und das hat den Golfstrom geschwächt und sogar regelrecht abgeschaltet.
00:33:37: und wir hatten in Europa... Das nennt man dann negative Rückkopplung.
00:33:40: Wir haben eine Erwärmung weltweit aber lokal in Europa durch den Wegfall des Golfstromes dann eine Abkühlung ein Wiedervorstoß der Eis Zeit um anderthalb tausend Jahre erlebt.
00:33:51: Jetzt haben wir einfach nicht genug Eis um sowas machen zu können.
00:33:54: Aber der Golfstrom ist im Moment schwächer tatsächlich als er in den letzten Jahrhunderten gewesen ist.
00:34:00: Trotzdem die Forschung ist dran zu überlegen, wie schnell könnten da Veränderungen passieren?
00:34:05: Aber nicht in dem Sinne des wärmeres Wasser kommt.
00:34:08: Wie Sie das gerade angedacht hatten sondern natürlich dann kühleres Wasser.
00:34:12: Das heißt ja auch gegenteile.
00:34:14: Und das würde dazu beitragen dass Europa sich weniger schnell erwärmen würde als vielleicht der Rest der Welt.
00:34:21: aber das wäre eine erfreuliche Nachricht.
00:34:23: aber wir sehen im Moment das Gegenteil.
00:34:26: Wir sehen, dass Europa der Kontinent ist.
00:34:28: Der sich am allerschnellsten erwärmt auf diesen Planeten hat auch mit Landmasse und wenig Ozean drum herum.
00:34:35: Und ein Mittelmeer zu tun, was wie eine Badewanne ist weil es gar nicht so richtig verbunden ist mit den großen Meereströmen nur einen kleinen Durchgang hat an der Straße von Gibralda.
00:34:43: das erwärmt sich riesen stark und erwärmt seinerseits dann wieder die Landmaske.
00:34:47: also all das was wir erleben ist erwartbar.
00:34:49: und noch etwas Wir haben südlich von Grönland einen sogenannten Cold Blob Also eine Kaltwasser Anomalie im Moment.
00:34:56: Wenn aber irgendwo eine Anomalie zu kalterem Wasser ist, dann gibt es eine Grenze zur wärmeren Wasser.
00:35:01: Und genau an dieser Grenze, wo die Unterschiede groß werden... NEIN!
00:35:05: die Atmosphäre dazu, Tiefdruckgebiete zu bilden.
00:35:07: Und diese Tiefdrückgebiete, wenn sie von Westen kommen auf der Vorderseite schleifen Warmluft aus Süden in unsere Region.
00:35:14: Es ist also noch gar nicht klar welcher Effekt eigentlich überwiegt Abschwächung des Golfstroms oder möglicherweise zusätzliche Tiefduktätigkeit auf deren Vorder- seite Warmlufte kommen.
00:35:24: Im Moment sagt die Forschung so ein bisschen es könnte in längerer Zukunft dazu führen dass die nördlichen Länder Klamm auf, ist im Moment aber überhaupt gar nicht der Fall.
00:35:33: Die werden sich übermäßig stark wieder kältere Winter haben könnten und wir dann noch heißere trocknere Sommer.
00:35:40: Aber nochmal das wird im Moment alles erforscht.
00:35:44: da gibt es sehr viele Punkte die zum Rücksichtigen sind.
00:35:46: solche Aussagen sind mit sehr viel Vorsicht zu genießen.
00:35:49: dass wir da Änderungen haben Das ist offensichtlich und das habe ich jetzt versucht ein bisschen darzustellen
00:35:54: Um das Bild vielleicht noch mal vollständig zu machen, den letzten Faktor aus der physikalischen Sicht oder meteorologischen Sicht.
00:36:00: Wie hoch oder wie niedrig schätzen Sie diesen Faktort der Passatwinde ein?
00:36:06: Was ja auch dafür sorgt dass praktisch so Maritime-Hitzewellen nennt man das also Hitzewell in und unter Wasser die immer mehr werden, auch immer länger werden.
00:36:15: Und das Passatwind ist zum Beispiel auch der Wegfall von
00:36:18: diesen Winden
00:36:19: oder die Abschwächung davon.
00:36:21: Dafür sorgt das praktisch eine Absorption zwischen, ich sage es mal, Horizont und Sonneneinstrahlung.
00:36:27: Und Wasseroberfläche praktisch wegfällt, dass Wasser mehr aufheizt.
00:36:31: Wie hoch ist dieser Faktor?
00:36:32: Praktisch der sich aufheitzenden Weltmeere
00:36:35: Wir versuchen ganz verkürzt darzustellen, damit es auch für unsere Zuhörer und Zuhöhre dann nicht anstrengend wird.
00:36:41: Aber Passatwinde zunächst mal sind ja tropennahe Winde also das sind Winde die wir gar nicht haben.
00:36:45: Also das ist vielleicht der wichtigste Satz an dieser Stelle Das ist der Nordostpassat auf der Nordhalbkugel, der Südauspassad auf der Südhalbkugeln Und das strömt dann hin zur inertropischen Konvergenz Die am Equator liegt und mit dem Sonnenstand so eine gewisse Wanderschaft macht.
00:36:58: So das sind diese Winde.
00:37:00: und tatsächlich ist es so wenn Passat-Winde mal schwächer sind Die schwanken immer, aber es kann durch den Klimawandel großräumiger hier auch zu Veränderungen kommen.
00:37:09: Dann ist tatsächlich weniger Wind, weniger aufgewühlte See und wir haben einen größeren Unterschied zwischen dem warmen Wasser an der Oberfläche durch die Sonneinstrahlung und dem darunter liegenden tiefen Wasser.
00:37:23: Das ist in den Tropen allerdings temperaturmäßig immer ein sehr geringer Unterschied weil das Wasser insgesamt durchwärmt ist durch die tropischen Bedingungen Wenn man weiter nach Norden geht, wo die Passatwinde aber nicht mehr so sind dann haben wir natürlich eine Thermokline.
00:37:38: Das heißt, wir haben oben das warme Wasser und unten deutlich kälteres Wasser.
00:37:42: Und in dem Moment, wo jetzt ein Strom kommt oder überhaupt durch Mischung viel Wind kommt Dann haben wir Wellen und dass alles bringt sich durcheinander und dann ist die Thermoklinie logischerweise geringer und die Temperaturunterschiede auch.
00:37:53: Das heisst immer dann wenn viel wind ist sind die Unterschiede unterwassergeringer.
00:37:57: ... haben wir eigentlich vor allen Dingen so eine Hitzewelle, ich nenne das immer Maritime ist Feuer.
00:38:07: Ich bin seit dreißig Jahren Taucher und habe Taucherlebnisse von eben vor dreizig Jahren... ... wo eine sehr, sehr bunte Welt noch, da haben damals schon Leute gesagt Mensch es verändert sich so sehr, wir hatten einen großen El Nino, sieben, acht, neunzig.
00:38:21: El Ninho haben wir auch gerade, war im Wasser einer lieben Pazifik.
00:38:25: Und der hat schon vieles zerstört.
00:38:26: und da haben mir damals die Leute gesagt vor dreißiger Jahren dann war's nochmal ganz anders.
00:38:30: wenn ich heute gucke und einige Tauchgänge erlebe, wo ich denke, war hier mal was.
00:38:35: Dann bin ich schon sehr traurig, klamm auf!
00:38:37: Es gibt sehr schöne Regionen weiterhin auf der Welt und es gibt auch eine gewisse Resilienz der Natur.
00:38:43: einiges kann sich bei Temperaturabkühlung auch wieder ein bisschen erholen.
00:38:46: nur wenn die Abkühlung nicht da ist das schwer so.
00:38:49: und Sonderhitzewelle unter Wasser wie jetzt im Mittelmeer.
00:38:52: wir haben bei Mallorca jetzt dreiunddreißig Grad Oberflächentemperatur gemessen hat Werte war noch nie so hoch in Mittelmeere.
00:38:58: Das wird jetzt geprüft prüft, ob die Messung auch korrekt ist.
00:39:02: Aber wir haben großflächig im westlichen Mittelmeer im Moment Temperaturen zwischen dreißig und zweiunddreißig Grad in östlichem Mittelmeern bisschen kühler und das natürlich für die Natur kann sich einfach an solche Werte nicht dauerhaft anpassen.
00:39:15: es verändert sich.
00:39:17: in meiner neuen Doku, die im September läuft über das Mittelmeer auch mal berichtet weil ich ja eben tauche.
00:39:22: Da tauche ich dann auch in der Doku und da sieht man wie ich mal nachgucke wegen der Rotfeuerfische.
00:39:27: Die kommen aus dem roten Meer sind jetzt bis Zypern.
00:39:30: wir waren dazu auf Zypern eingewandert und haben dort keine Fressfeinde und das Problem ist dass sie sich jetzt dauerhaft halten können.
00:39:38: In heißen Jahren ist der RotFeuerfisch immer mal gekommen und dann musste er wieder weg weil es zu kalt wurde und das problem hat er jetzt nicht mehr und damit haben alle anderen Dort unten im Wasser ein Problem.
00:39:47: Und das auch zu untersuchen ist wichtig, wir sind Landlebewesen.
00:39:51: Wir Menschen gucken gerne was überwasser passiert und sehen oft nicht die großen Veränderungen unter Wasser.
00:39:58: Die Natur ist da sehr empfindsam und wir machen eben nicht nur überwasser viel kaputt durch unser tun sondern vor allen Dingen auch
00:40:05: Unterwasser.
00:40:08: Jetzt würde ich zum Schluss nochmal den Bogen praktisch schlagen auf was praktisch jetzt dann nochmal vielleicht in der Zukunft vor uns liegt und wo wir gerade auch schon konfrontiert sind, nämlich mit dieser anhaltenden Extremhitze und auch extrem Dürre.
00:40:22: Vor allen Dingen auch in Südwestdeutschland.
00:40:25: Glauben Sie dass diese Situation in Europa, in Deutschland aktuell so ein bisschen zu einem kulturellen Umdenken führt.
00:40:33: Spüren Sie irgendwie stärkere Impulse in der Gesellschaft durch diese Akute, sage ich jetzt mal Betroffenheit?
00:40:40: Wo sie sagen, sie sprechen immer von dem Kipppunkt beim Klima aber vielleicht könnte man ja auch vom Kippunkt gesellschaftlich sprechen dass der so langsam erreicht ist.
00:40:48: Es ist sehr schwer.
00:40:49: Ich bin kein Psychologe Aber ich beobachte natürlich viele Vorgänger und wir sehen vor Ich muss gerade überlegen, jetzt haben wir zwanzigzehnundzwanzig vor sieben Jahren Fridays for Future.
00:41:01: ganz viele Menschen standen draußen vor den Türen.
00:41:03: Die Demonstration hatten Millionen von jungen Menschen angezogen wegen des Themas Klima-Enderung durch das Hitzejahr zweizigachzehn.
00:41:11: Wir haben ein Hitzejar was dem gleich kommt oder noch da drüber liegt und wir sehen das alles nicht.
00:41:17: Es gibt einige die analysieren dass es typisch ist für menschliche Gesellschaften oder überhaupt für uns für unsere Psychologie Wir einfach das Gefühl haben, dass wir hier nicht wirksam werden können.
00:41:30: Was übrigens falsch ist.
00:41:31: aber Gefühle können ja auch mal falsch sein.
00:41:32: wenn wir das Gefühl Haben Dass wir Hier Nicht Wirksam Werden Können Dann Wären wir entweder wütend oder Apatisch.
00:41:38: und im Moment habe ich so ein bisschen Das Gefühl Wir Gehen Ich wütende auf die Straße Und Sagen Mensch Liebe Politik.
00:41:42: Jetzt Muss Ich wirklich Mal was Ändern.
00:41:44: Klammer Auf Es Ist Aber Nicht nur Die Politik es ist Die Wirtschaft sind wir alle Wir Sitzen Alle in einem Boot.
00:41:49: also an die Politik heranzutragen, macht alles anders.
00:41:53: Allein reicht nicht!
00:41:54: Man kann vieles anders machen das muss ich auch sagen.
00:41:56: aber alleine es sind alle Parteien irgendwie aufgefordert.
00:42:00: Aber das erleben wir momentan nicht sondern sie ist eigentlich
00:42:03: überraschend
00:42:05: eine große Appartie da wenn man so ins Land raus guckt.
00:42:09: Wenn ich dann aber die Diskussionen führe mit den Menschen konkret sei es in Vorträgen sei es weil wir jetzt ein Podcast machen im Moment der medialen Thematisierungen ja wieder stark gewachsen.
00:42:24: Also wir merken das, wir haben auch Ängste und Sorgen.
00:42:27: die nehmen auch massiv zu weil die Leute wirklich sehen hey wenn ich Landwirt bin sowieso weil ich sehen kann oh!
00:42:34: Das kann für mich ja ganz ganz eng werden zumal wenn es in den nächsten Jahre weiter transportiert und der Wissenschaft zuhört aber auch jeder und jede so draußen.
00:42:44: also es ist nicht nur das Schwitzen Es ist vielleicht auch, dass man in der Verwandtschaft jemanden hat, der verstorben ist.
00:42:50: Alte Menschen die dehydrieren aber auch die Wahrnehmung, dass das Wasser echt ein Problem werden kann und zwar nicht nur damit ich mich jetzt morgen meinen dritten Computer kaufen kann den ich vielleicht auch noch brauche oder mein fünftes Handy sondern, dass sich einfach merke Das könnte ja so weit gehen, dass wir echt auch in diesem Land mal Wassersorgen bekommen.
00:43:10: Klammer auf, wir sind da noch weit von weg und die Versorgung ist gut.
00:43:14: Aber in einigen Regionen muss man jetzt bereit sehr vorsichtig sein und gewisse Dinge dann eben auch sich richtigerweise einschränken das stimmt.
00:43:22: aber plötzlich rückt das ganze Thema an uns ran.
00:43:24: also es kommen zwei Sachen gleichzeitig.
00:43:26: Es kommt die Sorge die Angst Und auf der anderen Seite die Apathie kombiniert damit dass man sagt ja was soll ich denn machen?
00:43:33: Genau in diesem Spielfeld müssen wir aktiv bleiben.
00:43:38: Ich werde oft gefragt Herr Blöger, wie können Sie denn wenn sie das alles da draußen sehen überhaupt noch optimistisch bleiben?
00:43:46: Also auch mein Optimismus hat natürlich Grenzen und wenn ich im Moment auf die Welt gucke sehe.
00:43:51: Da ist viel zivilisatorischer Rückschritt auf allen möglichen Bereichen und eben auch im Klima umfeld.
00:43:57: Trotzdem ist es so, wenn wir jetzt mal... Ja also es gibt wieder Kriege.
00:44:01: Es gibt seltsame Weltenlenker die wir vor einigen Jahrzehnten in dieser Ausprägung, dieser Größenordnung an den Stellen wo wir sie jetzt haben noch nicht hatten.
00:44:11: deswegen zivilisatorischer Rückschritt im Umgang mit vielen Themen auch mit Themen wie Menschenrechte und all diese Dinge.
00:44:18: das müssen wir hier jetzt nicht weiterführen weil das wird dann zu lang.
00:44:21: aber ich sehe auf der anderen Seite Solange wir die Stellschrauben kennen, also würden wir die Dinge tun, die wir auf den Klimakonferenzen seit dreißig Jahren sagen.
00:44:34: Tue aber nicht denn wir sagen Emissionen müssen runter und sie gehen jedes Jahr hoch!
00:44:38: Dann tut man das nicht was man sagt.
00:44:40: Würden wir das tun?
00:44:41: Hätten wir zwei Komma ein Grad statt zweikommasieben oder acht Invisier.
00:44:45: Wir könnten für nachfolgende Generation etwas bremsen.
00:44:48: und solange Die Wissenschaft sagt dass wir das können möchte ich jemand sein, der versucht an der Stelle wo ich es vielleicht ein bisschen kann.
00:44:57: Nämlich kommunizieren und versuchen Wissenschaft zu erklären, zu übersetzen nicht Ideologie, nicht missionieren alles kein Thema sondern Wissenschaft zu übersetzten um vielleicht Haltung zu generieren möchte ich dran bleiben.
00:45:09: Ich sehe aber auch die Klimavernunft.
00:45:12: so will ich mal beschreiben Die Klima.
00:45:14: Vernunft ist im Moment ein bisschen auf der Verlierer Seite.
00:45:18: Wir haben Jahrzehnte gedacht, wer klimavernünftig argumentiert wird irgendwann mal gewinnen und es geht zu langsam aber es geht weiter.
00:45:23: Im Moment sieht man Rückschritte und neulich hat man eine Weltmeisterschaft beim Fußball.
00:45:29: wir waren nicht so erfolgreich aber bei einer Weltmeisterschaft wird viel Fußball gespielt dieses Jahr besonders fehlt und man kann beim Fußballspiel ja auch mal in Rückstand geraten.
00:45:38: Und im Moment habe ich das Gefühl, Klimavernunft gerät in Rückstand gegenüber anderen Prozessen und Leuten die aus welchen Gründen auch immer dieses Thema negieren ignorieren oder was auch immer.
00:45:49: Und auch eine gewisse Macht haben muss sich nicht lange ausführen das in den Vordergrund zu setzen.
00:45:55: Das heißt die Klima vernünft hat.
00:45:57: im Moment würde man es als Fußballspiel betrachten einen gewissen Rückstand.
00:46:02: Es steht jetzt irgendwie gefühlt für mich eins zu drei.
00:46:05: In dem Moment, wo ich jetzt aber aufhören würde als die Mannschaft mit einem Tor zu spielen gibt es für die anderen Katasie.
00:46:13: Und das bedeutet, man kann Fußballspiele drehen und man kann auch eine Situation drehen die einem momentan mal apathisch unausweichlich erscheint dann wenn man weiterhin dran bleibt an den Kernthemen.
00:46:24: Das ist die Bildung, das ist die Information, das sind die guten Geschichten die Menschen in ihrer Haltung erreichen und möglicherweise dann doch mal hier und da und wenn Menschen sich dann noch zusammentun bei... Partys oder wo auch immer man sich trifft bei Ausflügen und man darüber spricht.
00:46:42: Und nicht immer der Unvernünftigste das Wort ergreift mit irgendeinem Gruden Unsinn, sondern diejenigen die verstanden haben wie die Zusammenhänge sind es auch mal erzählen.
00:46:50: dann kann man in einer Gesellschaft Kräfte auslösen die vielleicht wieder anders sind als der Gedanke Copy Paste.
00:46:57: also so wie sie im Moment entwickelt geht es einfach immer weiter.
00:47:00: Das war nie so.
00:47:01: Die Geschichte hat auch andere Zeiträume.
00:47:03: Also wenn wir zum Beispiel Frage im Land gemacht hätten.
00:47:08: Und Leute, gibt es in drei Jahren in Deutschland eine Wiedervereinigung?
00:47:12: Da hätten null Leute gesagt natürlich was hat's gegeben eine Wiedervereinigung?
00:47:17: das heißt man darf nicht den Fehler machen sich irgendwann zu schnell zu apathisch geschlagen zu geben sondern man muss dran bleiben an den Themen und dass mit Vernunft nicht aufgeregtheit transportieren nicht übertriebene Nervosität zeigen, sondern die zentralen Themen weiterhin wichtig sein lassen.
00:47:40: Dann kann man durchaus was erreichen.
00:47:42: so ist es zumindest in meiner Ansicht.
00:47:45: Ist ja mal das wäre ja die Aufgabe der Politik dass man irgendwie vielleicht sagt stärker eine Bewegung auszulösen oder auch die Leute mitzunehmen irgendwie?
00:47:53: Vielleicht kann man auch sagen... Ja dafür
00:47:54: brauche ich aber die Politikerinnen und Politiker dieses Thema auch erkennen und als bedeutsam erkennen.
00:48:00: Ich habe volles Verständnis dafür, das Politik zu machen.
00:48:04: Unfassbar schwer ist auch gerade in der heutigen Zeit im nationalen Bereich und internationalem Bereich.
00:48:09: also das ist sicher keine einfache Aufgabe.
00:48:11: deswegen würde ich nie einstimmen in eine allgemeine Politiker Niedermach Strategie unter alle da immer nur mit Vorwürfen zu konfrontieren.
00:48:21: aber im Bereich Klima- und Klimaschutz sind wir im Moment ich sage es mal sehr vorsichtig weit hinter dem was sein müsste und es ist mehr als luft nach
00:48:32: oben.
00:48:32: vor allem würden sie eigentlich sagen jetzt vielleicht ganz zum abschluss wir sind ja auch im medien podcast auf einer medienseite dass die median vielleicht auch noch dinge anders machen könnten um bezüglich klimawandel erder erwärmung generell wetter noch irgendwie anders auf die leute zuzugehen anders mit den leuten zu kommunizieren sich auszutauschen.
00:48:53: wie sehen sie die situation da?
00:48:56: Man kann immer alles anders machen, besser machen und man kann beobachten was nicht funktioniert und daraus möglicherweise Schlüsse ziehen.
00:49:03: Ich selber darf mich sehr darüber freuen dass die ARD zum Beispiel bereit ist mit mir wiederkehrend oder auch mit anderen natürlich.
00:49:09: es geht gar nicht um mich solche Dokumentationen zu machen die in guten Geschichten aufbereitetes Thema Ideologie und missionierungsfrei erklären und das ist mir eine große Freude.
00:49:20: so etwas zu tun ist richtig.
00:49:22: Wir haben aber auch einen großen Wettbewerb um Aufmerksamkeit, was einfach sehr viele Medien gibt.
00:49:27: Und das führt automatisch zu diesem Wett-Bewert der Schlagworte und alles wird immer schlimmer und immer dramatischer und diese Aufgelegtheit überträgt sich in negativen Sinne auf die Menschen da draußen.
00:49:39: also wenn man sich medial darüber vereinbaren kann dass bei einem so ernsten uns alle betreffenden Thema wir einfach eine vernünftige solide interessante Berichterstattung machen Dann können wir Leute auch zurückgewinnen, auch Leute die vielleicht dann politisch in Strömungen gehen.
00:49:56: Die viele dann auch wieder gar nicht haben möchten.
00:50:00: Das kann man durch eine gute Berichterstattung tun.
00:50:03: Wir müssen vielleicht eins erkennen.
00:50:05: Wir haben in den Achtziger Jahren geglaubt Wörter wie Klimakatastrophe und so etwas würde in ihrer Dramatik genügen, wir erzählen wie schlimm es wird und ganz apokalyptisch.
00:50:16: Und dann erschreckt sich der Mensch und ändert sein Handeln.
00:50:18: Wir haben seit mal fünfzig Jahren erkannt das passiert nicht und dieses Wissen sollten wir transportieren in eine andere Erzählung.
00:50:28: Mir ist es persönlich wichtig jeder und jede macht es vielleicht etwas unterschiedlich.
00:50:32: mir ist es in spannenden Geschichten die Prozesse zu erklären, sodass es auch eine Neugier weckt.
00:50:40: Und wenn man das ein bisschen mit Haltung verbindet und dabei beachtet... Das ist ein bisschen Psychologie!
00:50:46: Menschen wollen nicht gesagt bekommen, was sie tun oder lassen sollen.
00:50:51: Das ist zwar schade in diesem Zusammenhang aber es ist eine Tatsache und die muss ich ja mal anerkennen.
00:50:57: Denn wenn ich das tue führt das zu Reaktanz oder ich sage immer gerne zur pumentären Widerstand.
00:51:02: Wenn wir also sagen du ich weiß es besser als du deswegen sag ich dir was du tun sollst dann sagt mein Gegenüber ja dann schon gerade nicht und du nervst mich Und das kann ich verstehen.
00:51:12: also entsprechend feinfühlig zu argumentieren Das halte ich für vernünftig.
00:51:17: und dann müssen wir den Schritt machen, dass wir bei unseren Erzählungen hinten am Ende etwas offen machen.
00:51:26: Aufmachen!
00:51:27: Dass wir nicht in Dystopie- und Apokalypse zum Schluss die Geschichte schließen.
00:51:32: und jeder sagt naja gut das ist schlimm und was soll ich jetzt machen?
00:51:36: Ich habe sowieso keine Chance.
00:51:38: Das wird sehr schnell eine sich selbst erfüllende Puke.
00:51:40: Deswegen ist mein Anrat, doch zu sagen wir müssen die Chancen und Möglichkeiten.
00:51:45: Das ist zum Beispiel etwas was ich in meinen Vorträgen... in einem großen Anteil nach hinten raus tue, Chancen und Möglichkeiten.
00:51:53: Eine Begeisterung zu wecken für Veränderungen die Welt hat sich immer schon verändert also zu meinen weil man mit dem Fuß aufstapft und die Augen und Ohren verschließt und sagt ich will das nicht Ich will realitätsverbeigerung machen ich stammfe mit den Fuß auf.
00:52:07: Die achtziger sollen wiederkommen da war es so schön.
00:52:09: Und wenn ich das nur ausreichend oft wiederhole dann wird das auch kommen.
00:52:12: Das ist nicht der Fall.
00:52:13: aber die Geschichte so zu erzählen dass man Die Ängste nimmt vor der Veränderung die Lust, die Begeisterung auf Veränderungen.
00:52:22: Die ja unsere Welt verbessert auch für die nachfolgenden Generationen.
00:52:25: wenn man das tut in der Kommunikation dann glaube ich zusammen mit der Bildung wie das Fundament ist dass nicht immer nur der Zweifel in den Mittelpunkt rückt sondern die Anerkennung des Problems Dass man dann ganz woanders hinkommen kann In der Stimmung auch in einem Land als man das momentan vielleicht tut.
00:52:46: Ja,
00:52:47: dadurch dass Sie das jetzt noch mal angesprochen haben diesen positiven Aspekt ist es sicherlich auch für uns die Möglichkeit diesen Podcast dann praktisch mit einem positiven Tenor enden zu lassen.
00:52:57: Mir bleibt noch zusammen...
00:52:58: Da
00:52:59: ist immer eine gute Idee!
00:53:02: Mir bleibt jetzt noch zu erwähnen, dass wenn man sich natürlich weiter reinsteigern möchte in diese Thematik, wenn man sie noch weiter vertiefen
00:53:09: will
00:53:09: kann man natürlich gerne in der ARD Mediathek ihre Reportage und Dokumentationsreihe anschauen, wo sie sich ja eben auch mit unterschiedlichen Phänomenen wie El Ninovi die Eisschmelze auseinandersetzen in der Arktis.
00:53:24: Und bald dann in einer neuen Ausgabe.
00:53:27: Herr Plöger ich möchte Ihnen danken dass Sie sich die Zeit genommen haben heute und wünsche auch weiter viel Erfolg für Ihre tägliche Arbeit als Meteorologe aber natürlich auch für Ihre Reportagen.
00:53:38: Vielen vielen Dank.
00:53:38: es war mir ein Fest.
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